Berlin : Heute Streiks in Tegel und Schönefeld Bodenpersonal will

Flugverkehr lahmlegen

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An den Berliner Flughäfen müssen sich tausende Passagiere am Donnerstagmorgen auf Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter der beiden einzigen in Tegel und Schönefeld tätigen Flugzeugabfertigungsfirmen von vier bis zehn Uhr nun zum angekündigten Warnstreik aufgerufen. Deshalb muss mit Verspätungen und Flugstreichungen gerechnet werden. Viele Mitarbeiter, die heute dienstfrei gehabt hätten, haben sich indes freiwillig zum Dienst gemeldet.

Betroffen ist besonders Tegel, wo zwischen sechs und zehn Uhr 75 Starts und 59 Landungen vorgesehen sind. Mit 56 Flugbewegungen hat Air Berlin den größten Anteil, die Lufthansa plant 36 Starts und Landungen. Bei den Airlines hieß es am Abend, man müsse die Streikbeteiligung abwarten. „Bisher gehen wir davon aus, das Flugprogramm planmäßig abwickeln zu können“, sagte Air Berlin-Sprecherin Yasmin Born. „Wir versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten“, so Jan Bärwalde von der Lufthansa. Reisende sollten sich vor der Fahrt zum Flughafen im Internet oder per Telefon bei der jeweiligen Fluggesellschaft informieren.

Die Mitarbeiter von Globe-Ground Berlin und Acciona be- und entladen die Flugzeuge, fahren Schlepp- und Versorgungsfahrzeuge, bewegen Fluggastbrücken und Passagiertreppen. Globe-Ground ist auch in der Passagierabfertigung tätig. „Der Tarifstreit wird auf dem Rücken der Fluggäste ausgetragen“, bedauerte Flughafensprecher Ralf Kunkel.

Am Mittwoch war eine Verhandlungsrunde mit Acciona ergebnislos abgebrochen worden. Die Tochterfirma eines spanischen Mischkonzerns hatte Ende Januar die bestehenden Tarifverträge gekündigt und will die Löhne für ihre rund 300 Mitarbeiter laut Verdi um bis zu 20 Prozent senken. Die Gewerkschaft fordert die Wiederinkraftsetzung der Verträge und will nur bei Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und der Eingrenzung von Leiharbeit über die Stundung von Entgelt-Bestandteilen diskutieren. Mit dem größeren der beiden Unternehmen, der zur Frankfurter Wisag-Gruppe gehörenden Globe-Ground Berlin-Gruppe, streitet die Gewerkschaft um Gehaltserhöhungen für die unteren Tarifgruppen der 700 von 1800 Mitarbeitern. GlobeGround-Geschäftsführer Bernhard Alvensleben warf Verdi vor, die Gespräche nur wegen der Forderung nach zehn zusätzlichen freien Tagen zum Scheitern gebracht zu haben. Rainer W. During

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