Berlin : Hilflos in Tegel

Die Anzeigetafel für Terminals am Flughafen ist defekt. Fluggäste und Taxifahrer sind genervt

Merlind Theile

Als Jutta Thiemann an der Haupthalle des Flughafens Tegel aus dem Taxi steigt, ist sie stocksauer. „Jetzt muss ich mit meinem ganzen Gepäck rumwandern, um meinen Abflugsteig zu finden. Und das wie immer ohne Karre.“ Wie Jutta Thiemann, die mehrmals im Jahr vom Flughafen Tegel aus zu Geschäftsreisen startet, sind derzeit viele Reisende irritiert. Sie müssen auf einen lieb gewordenen Service verzichten: Die elektronische Anzeigetafel an der Zufahrtsstraße, auf der Fluggäste bisher schon frühzeitig ihr Terminal ablesen konnten, ist seit dem 22. Oktober defekt. Nun müssen die Passagiere erst zur großen Anzeige in der Haupthalle gehen und dann oft lange laufen – im schlimmsten Fall bis zum anderen Ende der Halle.

Repariert wird die defekte Anzeige nicht. Nach Auskunft der Flughafengesellschaft ist die Mechanik der Klapptafel marode, es sei aber zu teuer, den Fehler zu beheben. Stattdessen überlegt man, eine neue Anzeige zu kaufen. Die Kosten dafür werden auf 500000 Euro geschätzt. Zur Zeit prüft die Flughafengesellschaft mehrere Angebote, vor dem ersten Quartal 2004 ist mit der Erneuerung aber nicht zu rechnen. Man müsse abwägen, sagt Flughafensprecherin Rosemarie Meichsner: „Schließlich ist die Tafel ein Luxus, den es an keinem anderen deutschen Flughafen gibt.“ Während bei früheren Schäden Mitarbeiter an der Außentafel postiert wurden, um Auskunft zu geben, passiert nun gar nichts. Den Passagieren bleibt der Anruf bei der Flughafeninformation: Unter der Telefon-Nummer 41014326 kann man seinen Schalter vorab erfragen.

Doch nicht nur den Fluggästen fehlt der bewährte Service, auch Taxifahrern erschwert der Ausfall das Geschäft. Da nun alle die Haupthalle ansteuern, staut sich der Verkehr dort mehr als bisher. Eine ausgewiesene Haltespur für Taxis gibt es nicht, die Fahrer müssen meist in zweiter Reihe stoppen und kassieren dafür sogar Strafzettel. „Wenn man hier oben mal fünf Minuten steht, schreibt die Polizei sofort Verwarnungen wegen des Halteverbots“, sagt Taxifahrer Norbert Fiedler. Sein Kollege Bozdar Pavlovic hat für das „Falschparken“ schon mehrfach Strafzettel bekommen. „Unsere Arbeit war einfacher, als die Anzeigentafel noch funktioniert hat“, sagt er.

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