Berlin : Hin und Her

Werner van Bebber

sorgt sich um die Reisekosten der Bundesregierung Eine Million Euro gibt die Bundesregierung monatlich für Dienstflüge zwischen Berlin und Bonn aus. Mit 11000 Flügen halten die Ministerialbeamten das Regierungsgeschäft in Gang, wie der „Spiegel“ berichtet. Ob wegen der Kosten eine neue Diskussion über den zweigeteilten Regierungssitz beginnt? Vielleicht wird es Zeit, die Vorteile des Hin-und-Herfliegens zu sehen. Das beginnt mit dem konsumptiven Kick für die Reisebranche: Die Bundesregierung hält den Bürgern vor, sie gäben zu wenig Geld aus – sie selbst immerhin spart nicht, sondern sponsert Fluglinien und Flughäfen. Dazu kommt die interministerielle Kommunikation: „Auch auf dem Weg auf die Hardthöhe, Herr Kollege?“ – „Neinnein, ich diene bei Herrn Trittin.“ – „Sie Ärmster. Na dann: gute Besserung. Lassen Sie sich nicht aufs Windrad flechten, hoho.“ Man kann sich kürzere Dienstwege vorstellen, aber auch sinnvollere Diskussionen als eine weitere Rutschbahndebatte: In der würden die Zentralisten den Umzug aller Ministerien nach Berlin fordern, die Föderalisten an den Hauptstadtbeschluss von 1991 erinnern und daran, dass gute Gründe für die Zweiteilung des Regierungssitzes sprachen. Vor allem führt diese Diskussion in Berlin regelmäßig zu nichts anderem als neuen trügerischen Hoffnungen auf finanzielle Bundesinfusionen. 11 700 Regierungsbedienstete, die von Bonn hierher ziehen müssten – da kriechen alte Phantasien von steigenden Steueraufkommen aus den Senatsschreibtischschubladen. Der eine Parlaments- und Regierungsumzug war teuer genug.

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