Berlin : Hirschgeweih im Diplomatenviertel

Foto: Thilo Rückeis
Foto: Thilo Rückeis

Der italienische Botschafter Michele Valensise war richtig stolz auf die Idee seiner Frau Elena, jungen Künstler in Berlin eine neue Plattform zu geben. Zwischen ehrwürdigen Wandteppichen und Gemälden aus den Schatzkammern römischer Museen sind nun moderne Arbeiten von neun der rund 60 in der Stadt lebenden italienischen Künstler zu sehen. Mit Zweigen, die wie Hirschgeweihe wirken, nur viel zarter, hat Gianluca Malgeri einen Wandelgang in ein „Trophäenzimmer“ verwandelt. Ein Blickfang ist Daniela Comanis „Ich war’s. Tagebuch 1900 bis 1999“. Die Ereignisse des ganzen Jahrhunderts werden, auf 366 Daten verteilt, mit kurzen Sätzen und in der Ich-Form erzählt, aneinandergereiht. Carola Spadoni hat aus Tüll, Baumwolle, Seide, Filz und anderen Materialien „Mandala Nr. 1“ geschaffen, ein farbenfrohes Werk, das auf dem Boden ausgestellt war. Einige der Gäste hielten es für einen besonders schönen Teppich, auf den man gleichwohl getrost drauflatschen kann, bis es von Kunstkennerin Alexandra Oetker in die Sicherheit einer Ecke gezogen wurde. Die Kuratorinnen Alessandra Pace und Marina Sorbello bekamen viele Komplimente und lobten ihrerseits die guten Arbeitsbedingungen in der Botschaft im Diplomatenviertel in Tiergarten. Unter den Gästen waren Kultur-Unternehmerin Virginia Schulte, Architekt Eike Becker, Botschafter a. D. Bernhard von der Planitz und Designerin Giovanna Stefanel. Auch das italienische Kulturinstitut ist an dem Projekt beteiligt, das den jungen Künstlern mehr Anerkennung und eine breitere Plattform ermöglichen möchte. Schon haben die ersten Sammler Kaufangebote abgegeben für die Werke. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird die Ausstellung alle sechs Monate ausgewechselt. Bi

Führungen nach Voranmeldung unter der Telefonnummer 25 44 02 24.

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