Berlin : Hochgefährliche Silvester-Kracher aus Polen in Berlin aufgetaucht

Klaus Wieking

Bereits 10 000 Exemplare wurden an der Grenze beschlagnahmt - gegen Käufer wird Strafanzeige gestellt - gefährlichstes Exemplar ist die Rakete "Gigant Maroon"Klaus Wieking

In Berlin sind wieder hochgefährliche Feuerwerkskörper aus Polen aufgetaucht, die allein durch falschen Transport oder den Kontakt mit Feuchtigkeit explodieren können. Darauf weist die Zollverwaltung Berlin-Brandenburg hin. An den zwölf brandenburgischen Grenzübergängen nach Polen sind außerdem in den vergangenen Tagen rund 10 000 Knaller beschlagnahmt worden, darunter die als besonders gefährlich geltenden Silvester-Raketen "Gigant Maroon". "Das ist eine erschreckend hohe Zahl", sagte der Sprecher der Zollverwaltung, Axel Werner. Wer mit den in Deutschland nicht zugelassenen Krachern erwischt wird, muss mit einem Strafverfahren rechnen.

Die Fahnder waren bei einer Haussuchung eigentlich hinter etwas ganz anderem her. In der Wohnung des Verdächtigen fanden sie vergangene Woche jedoch auch 21 hochkalibrige Feuerwehrskörper polnischer Herkunft - äußerst gefährliche, wie ein Zollfahnder betonte. Die Kracher wurden beschlagnahmt, gegen den Besitzer Strafanzeige erstattet.

Zwar war dieser Zufallsfund bisher der einzige in Berlin, doch dürften erheblich mehr gefährliche Silvesterböller aus Polen in der Stadt gelagert sein, denn der Kracherschmuggel beim kleinen Grenzverkehr ins Nachbarland hat Hochkonjunktur. "Das nimmt erheblich größere Formen als im vergangenen Jahr an", berichtet Zoll-Sprecher Werner. Während auf den Märkten auf der polnischen Seite die Böller frei gehandelt werden, sind sie in Deutschland verboten und werden bei Entdeckung vom Zoll beschlagnahmt. "Das Zollamt Guben ist schon voll bis unters Dach", so Axel Werner. Während die in Deutschland verkaufte Kracherware mit dem Zulassungszeichen der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) versehen ist, stellen die wesentlich billigeren, illegal eingeführten Böller eine "Gefahr für Leib und Leben" dar, wie die Bundesanstalt warnt. Da sie zumeist schlecht verarbeitet sind, können die Explosionsstoffe an der Außenhülle haften und so schon vor dem Abbrennen der Lunte explodieren. Selbst während des Transports oder durch die Berührung mit Feuchtigkeit können die Kracher hochgehen. Besonders warnt die Zollverwaltung vor den 15 Zentimeter hohen Silvester-Raketen mit der Aufschrift "Gigant Maroon". Ebenfalls gefährlich sind Knallkörper mit gelber Reibefläche zum Anzünden an Streichholzschachteln. Die 15 Zentimeter langen und 3,5 Zentimeter dicken Knaller sind mit Totenkopf und Bombensymbol bedruckt. Werden sie irgendwo gefunden, muss der Munitionsbergungsdienst gerufen werden.

Der gewerbliche Verkauf von Silversterfeuerwerk beginnt am 27. Dezember. 1998 wurden nach Auskunft der Gewerbeaufsicht der Kripo wegen Überlagerung oder Verkaufs illegaler Ware 40 Strafanzeigen gegen Gewerbetreibende erstattet. Rund 14 Tonnen Kracher wurden beschlagnahmt.

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