Berlin : Hohenschönhausen: Geschlossen

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Noch ist es unansehnlich und steht mit teilweise zugemauerten Fenstern inmitten eines kleinen Parks – das Schloss Hohenschönhausen. Aber es kann trotzdem besucht werden. Denn geschichtsinteressierte Hohenschönhausener gründeten vor vier Jahren einen Förderverein und beendeten den achtjährigen Dornröschenschlaf. Die mittlerweile rund 120 Mitglieder retteten das landeseigene Haus an der Hauptstraße vor dem Verfall. In vielen Arbeitseinsätzen wurde das Schloss von Schutt befreit und gesäubert. Die wertvollen Wandmalereien wurden zunächst abgedeckt. „Wir sind froh, immerhin zwei Etagen nutzen zu können“, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Friedrich.

Für eine umfassende Sanierung des im 17. Jahrhundert errichteten Gebäudes können aber derzeit weder Bezirk noch Land Berlin Geld aufbringen. Deshalb müssen sich die Besucher mit Provisorien abfinden – und beispielsweise auf Miet-Toiletten ausweichen. Ziel des Fördervereins ist es, das Anwesen mit Hilfe ortsansässiger Firmen wieder herzurichten. Eine Machbarkeitsstudie liegt bereits vor; die Kostenschätzung liegt bei 2,5 bis drei Millionen Euro. Experten haben herausgefunden, dass die Bausubstanz des denkmalgeschützten Gebäudes praktisch in Ordnung ist. An einem Nutzungskonzept für die kommenden Jahre arbeitet der Verein bereits. „Wir müssen uns durch die Einnahmen tragen“, stellt der Vereinsvorsitzende klar. Deshalb soll es im Haus künftig einen Mix aus kulturellen Veranstaltungen und Gastronomie geben. Geplant ist im Kellergewölbe beispielsweise ein Restaurant.

In den vergangenen Monaten fanden Ausstellungen und Lesungen statt und jeden letzten Sonntag im Monat gibt es eine Führung.

Die Besucher erfahren dabei interessante Details zur Geschichte des eher unscheinbaren Baus: Es wurde im 17. Jahrhundert von der einflussreichen Adelsfamilie von Röbel errichtet. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte das Schloss dem preußischen Agrarreformer Friedrich Scharnweber. Letzter privater Eigentümer war bis 1929 der Erfinder und Unternehmer Paul Schmidt. Im Eigentum der Stadt Berlin diente das Schloss unter anderem als Kindergarten, Haushaltsschule, Lazarett und Frauenklinik. bey

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