"Hope Cape Town" : Hoffnung für Südafrika

„Hope Cape Town“ betreut Patienten in Townships.

Markus Schönherr

Hoffnung geben – und eine konservative Bevölkerung überzeugen, dass auch HIV-Positive Teil der Regenbogennation sind. Dieses Ziel setzte sich der deutsche Pfarrer Stefan Hippler, als er zusammen mit der Ärztin Monika Esser „Hope Cape Town“ gründete. Das war vor 14 Jahren. Heute ist daraus eine Organisation mit 36 Mitarbeitern geworden, die mehr als 300 000 Patienten im Jahr sehen. Für sein Engagement darf und durfte der Verein auf prominente Fürsprecher setzen, darunter Nelson Mandela, Angela Merkel und seit kurzem auch der südafrikanische TV-Star Katlego Maboe.

Nicht immer war der Kampf gegen Aids dermaßen populär. Die bisherige Geschichte der Aids-Aufklärung in Südafrika ist gezeichnet von Fehltritten und Leugnung. Ex-Präsident Thabo Mbeki hatte während seiner Regierungszeit 1999 bis 2008 kategorisch den Zusammenhang zwischen HIV und Aids bestritten. Später erregte Südafrikas aktueller Präsident Jacob Zuma Aufsehen. Er beteuerte, nach dem Verkehr geduscht zu haben, „um das Risiko einer HIV-Ansteckung zu verringern“.

Rund zwölf Prozent in Südafrika leben heute mit HIV. 2001, also drei Jahre vor einer staatlichen Antwort auf die Aids-Krise, begann Hope Cape Town, die lebensrettenden Medikamente zu verteilen. Die treibende Kraft gegen Aids sind die Community Health Workers: Halb als Sozialarbeiter, halb Krankenpfleger, betreuen die Mitarbeiter Kapstadts HIV-Patienten durch 20 Kliniken in den lokalen Townships.

Das neueste Programm „Hope to Home“ soll die Nachsorge auch zu Hause garantieren. In Südafrika, dessen Einwohner auch im 21. Jahrhundert häufig noch einen Medizinmann aufsuchen, beschäftigte sich Hope Cape Town als eine der ersten Organisationen mit den Naturheilmitteln der traditionellen Heiler. Es galt herauszufinden, wie die Gräser und Kräuter auf Aids-Kranke wirken und ob Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten auftreten.

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