HUNGERSTREIK AM BRANDENBURGER TOR : „Aber noch war kein Politiker da...“

Sibtain Naqvi (32) aus Pakistan ist einer der Flüchtlinge, die auf dem Pariser Platz in den Hungerstreik getreten sind. Mit ihm sprach Sandra Dassler.

Herr Naqvi, wann haben Sie das letzte Mal etwas gegessen?

Am Mittwoch um 11 Uhr.

Warum hungern Sie?

Wir wollen als Flüchtlinge akzeptiert, anerkannt werden. Und mit einem anständigen Status arbeiten oder studieren können.Wie ganz normale Menschen.

Und wie geht es Ihnen?

Wie es einem so geht nach zwei Tagen und Nächten im Regen. Wir liegen hier ohne Zelte, ohne Schutz, haben nur Regenschirme.

Wo sind Ihre Schuhe?

Die trocknen hoffentlich, jetzt war ja mal kurz die Sonne da.

Haben Sie in der Nacht schlafen können?

Nur ein oder zwei Stunden.

Können Sie hier irgendwo die Toilette benutzen?

Tagsüber in der Akademie der Künste, nachts im Hotel Adlon. Wir haben mit den Leuten dort gesprochen – es war sehr nett, dass sie uns die Erlaubnis dafür gaben.

Und wie reagieren die Touristen, die den ganzen Tag um sie herumlaufen?

Viele sagen, dass sie uns unterstützen. Freundlich sind fast alle. Wäre ich als Tourist hier, würde ich Berlin mögen.

Ist das Ihr erster Hungerstreik?

Nein. Ich habe mit den anderen schon im Juni in München gehungert.

Was wünschen Sie sich?

Dass wir gehört werden. Dass man mit uns redet. Aber noch war kein verantwortlicher Politiker da...

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