Hygienekontrollen : Hähnchenbraterei wird Klassenbeste

Erste Ergebnisse zur Gaststätten-Hygiene sind im Netz. Die Note „sehr gut“ hat bisher nur ein Tempelhofer Hähnchenbrater erhalten. Allerdings stehen die Kontrollen noch an ihrem Anfang

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Wie sauber es ist in der Küche des Lieblingsrestaurants, kann ab sofort jeder selbst im Internet nachlesen. Auf einer Webseite des Senats sind jetzt die ersten 14 Ergebnisse von Hygienekontrollen bei Berliner Kneipen und Lokalen einsehbar. Spitzenreiter ist momentan das Restaurant City Chicken am Tempelhofer Damm. Die Kontrolleure hatten bei ihrem Besuch in der Hähnchenbraterei nichts zu beanstanden und vergaben ein „sehr gut“. Inhaber Levent Kargin sagt: „Meine Kunden sprechen mich auf die gute Bewertung an und freuen sich darüber“.

In vier Gaststätten in Lichtenberg gab es mehr Mängel, wie aus der Liste hervorgeht. Hier verteilten die Kontrolleure insgesamt vier Mal die Note „zufriedenstellend“. McDonald´s bekam ein „gut“. Schlechtere Noten wie etwa „nicht ausreichend“ wurden bisher nicht vergeben. Noch ein „sehr gut“ wird bald an den Schwulenclub Stahlrohr 2.0 aus Prezlauer Berg gehen. Diese Note liege bereits vor, bestätigte der Betreiber.

Zur Zeit sind allerdings erst die Ergebnisse von zwölf Lokalen in Lichtenberg sowie zweien in Tempelhof-Schöneberg eingetragen. „Weitere Bewertungen folgen jeden Montag“, sagte Marie-Luise Dittmar, Sprecherin der Verbraucherschutzverwaltung. Sie betont aber auch, dass die Liste als langfristiges Projekt zu sehen ist. „Wir betreten hier Neuland“, sagt Dittmar. Wie viele Bewertungen pro Woche online gehen werden, sei immer unterschiedlich und von den Bezirken abhängig. Diese müssten die Noten an den Senat melden. Was bis zum Wochenende dort eingegangen sei, werde am Montag freigeschaltet.

Wird ein Lokal zum zweiten Mal kontrolliert, soll auch diese Note eingetragen werden, ohne dass die alte gelöscht wird. So können unterschiedliche Bewertungen miteinander verglichen werden. Abzulesen ist auf der Internetseite auch, wann die Kontrolleure vor Ort waren. Außerdem kann mit einer Suchmaske nach Restaurants aus einem bestimmten Bezirk oder nach einer gewünschten Note gesucht werden.

Bei den Besuchen überprüfen die Kontrolleure unter anderem, ob sich die Lieferwege der Lebensmittel zurückverfolgen lassen, die Hygienevorschriften eingehalten werden und Lebensmittel richtig aufbewahrt und gekühlt werden. Wird etwas beanstandet, bekommt der Betrieb Minuspunkte. Aus deren Anzahl, im besten Fall sind es null, wird dann eine Note zwischen „sehr gut“ und „nicht ausreichend“ errechnet. Symbole wie Smileys oder eine Ampel sind nicht zu sehen.

Bis das Ergebnis online steht, ist es ein langer Prozess: Nach dem Verbraucherinformationsgesetz können die kontrollierten Lokale gegen die sofortige Veröffentlichung Einspruch einlegen. Die Schreiben dazu können bis zu drei Wochen nach dem Besuch versendet werden, erst dann beginnt die vierwöchige Anhörungsfrist. Erst wenn diese Zeit verstrichen ist, darf die Note ins Internet gestellt werden.

Der Stadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Knut Mildner-Spindler (Linke), hatte zunächst Bedenken geäußert, dass es zu wenig Personal gebe, um die Bewertungen aktuell zu halten. Berlin veröffentlicht nun als erstes Bundesland die Ergebnisse. Ab 2012 sollen bundesweit Hygiene-Ampeln an den Lokalen aushängen. Darauf müssen sich allerdings die Wirtschafts- und Verbraucherminister der Länder noch einigen.

Die Hygienebewertungen im Internet

www.berlin.de/sicher-essen

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