Ich bin ein BERLINER (11) : „Ohne Kind, ohne iPhone“

Am Anfang hat Esther Täubner Berlin gehasst, doch nach und nach freundete sie sich mit ihrer Wahlheimat an. Prenzlauer Berg ist in ihren Augen trotzdem nicht mehr das, was es mal war. In unserer Videoserie "Ich bin ein Berliner" spricht sie darüber.

von und Jana Gioia Baurmann, Jan Garcia
Ich bin ein Berliner (11)
Ich bin ein Berliner (11)

Am Anfang habe ich Berlin gehasst! 1995 kam ich zum Studieren hierher, jeden Freitag habe ich mich gefreut, wieder nach Hause fahren zu können, zu meinen Eltern. In Berlin war alles kalt, grau, oll. Ich kannte die Stadt schon vorher, meine Patentante hat hier gelebt. Ich habe sie oft besucht, da stand die Mauer noch. Ich erinnere mich, dass alles nach Kohle gestunken hat, es war gruselig. Mit den Jahren habe ich mich mit Berlin angefreundet – inzwischen freue ich mich, wenn ich zurückkomme. Beruflich bin ich oft in Hamburg, dort muss man immer so herausgeputzt rumlaufen.

In den 90ern war Prenzlauer Berg noch anders, die Zeit verbinde ich mit Eckkneipen und besetzten Häusern. Aber viele Hausbesetzer waren keine wirklichen Besetzer, sondern Kinder wohlhabender Eltern. Inzwischen haben sie die Häuser einfach gekauft, ein Anruf bei Mama und Papa genügte wohl. Der Bezirk hat sich sehr verändert … Am Wochenende kann man fast nicht mehr rausgehen – ich habe kein Kind und kein iPhone, da falle ich schon auf.“

Ich bin ein Berliner (11)
Ich bin ein Berliner (11)

Vor 50 Jahren hielt John F. Kennedy seine berühmte Berliner Rede. Hier erzählen 100 Berliner, was ihnen diese Worte bedeuten. Siemens unterstützt das Tagesspiegel-Projekt. Alle bisher erschienen Videos zu dieser Serie finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/berliner

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