Berlin : „Ich wollte ans Theater“

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Für sein Abitur hat sich Dietrich Mattausch 1960 eigentlich nicht interessiert. Und besondere Abi-Träume habe er deshalb auch überhaupt nicht gehabt. Na gut, Schauspieler wollte er werden – aber das schon, seit er acht Jahre alt war. Wozu brauchte er da Abitur? „Ich fand es nie wichtig, einen Abschluss zu haben“, sagt der 62-Jährige heute. Aber die Eltern wollten es. Da hat er sich breit schlagen lassen. Mit „Ach und Krach“ habe er an der höheren Wirtschaftsschule in Frankfurt am Main seine Reifeprüfung bestanden: „Plötzlich hatte ich dieses Papier. Ein totaler Befreiungsschlag.“ Zumindest auf schulischer Ebene. Die Verwirklichung seines größten Traums, Schauspieler zu werden, den musste Mattausch noch ein paar Jahreaufschieben. Erst mal hat er eine Lehre zum Speditionskaufmann gemacht. „Das war der Deal mit meinen Eltern: erst der Beruf und dann die Schauspielerei. Da habe ich gesagt: Wenn der Beruf anfängt, dann aber nebenbei.“ So hat der Lehrling Mattausch immer abends geprobt und Theater gespielt und tagsüber gearbeitet. Über zwei Jahre lang ging das so. Eine anstrengende Zeit. Das mit der Lehre bereut er heute aber trotzdem nicht. „Die Lehre hat mir geholfen, viele Dinge in meinem Leben zu organisieren“, sagt der ARD-„Fahnder“. Und nach der Ausbildung ging es dann schnell dem Ziel entgegen: Ab 1963 arbeitete Mattausch beim Göttinger Jungen Theater („Ich wollte immer Theater machen“), weitere Engagements bei großen Häusern folgten. Dann das Fernsehen: Seit 1970 ist er in mehr als 100 Filmen zu sehen gewesen. Rückblickend sagt der 62-Jährige: „Es war eine große Gnade, dass ich immer wusste, was ich wollte.“

Aufgezeichnet von Viola Volland

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