Berlin : Ihr Chef heißt Jürgen Trittin Der erste große Job: ein Arbeitsplatz im Ministerium

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An der Uni hat sie kurz gearbeitet. An einem Forschungsprojekt, doch das war ihr zu praxisfern. „Richtige Arbeit“, sagt die 29jährige Anja Wagner, habe sie im Bundesumweltministerium gefunden. Dort ist sie seit einigen Monaten. Berlin, Alexanderplatz. Für die Mitarbeiter gibt es keine Parkplätze vorm Haus, dafür zwei Dienstfahrräder. Auf dem Schreibtisch von Anja Wagner steht eine Flasche mit abgefülltem Leitungswasser, eine Getränkedose kommt ihr nicht auf den Tisch, was ihren Chef freut.

In Frankfurt an der Oder ist sie geboren. Bei Minister Jürgen Trittin ist Anja Wagner als Referentin für die Zusammenarbeit mit Staaten Mittel- und Osteuropas sowie den „Neuen Unabhängigen Staaten“ der einstigen Sowjetunion zuständig. Sie entwickelt Umweltstrategien für eine Uno-Konferenz in Kiew, vor zwei Wochen war sie in Tiflis bei einer Konferenz zum Schutz der Berge. Ein anspruchsvolles Programm für eine junge Juristin. Das Ministerium lässt sich sein Umweltschutz-Beratungsprogramm jährlich 2,24 Millionen Euro kosten. „Der Nachholbedarf ist enorm, wir versuchen, auf lokaler Ebene zu schulen.“ Oft seien in jenen Ländern die Umweltgesetze zwar vorhanden, doch ihre Anwendung bleibe das Problem.

Es freut sie, dass sie in ihrem Beruf vieles selbst gestalten kann. „Wenn ich ins kalte Wasser gestoßen werde, ist es in Ordnung. Es gibt hier nicht 5000 Hierarchien.“ Jürgen Trittin begegnet ihr auf den Bürofluren oft, und sie findet es „schön, wenn man sieht, für wen man arbeitet“. In Bonn arbeitet das Gros der Beschäftigten, dort ist der Hauptsitz des Ministeriums. Sie selbst pendelt selten, die Kommunikation zwischen den Dienstsitzen geht über Telefon, E-Mails, Videokonferenzen. Sie lobt die lockere Stimmung: Verstaubt sei hier nichts. Wenn junge Leute hörten, wo sie arbeite, sagten die fast immer: „Umweltministerium – das ist cool.“C.v.L.

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