Berlin : Im Jackpot locken neun Millionen

Die Einsätze wachsen, der Umsatz der Annahmestellen steigt: Seit massenhaft Geld im Lotto-Topf ist, vibrieren die Nerven der Spieler

Thomas Loy

Weiße Mäuse für die Kleinen, Marlboro Lights für die etwas Größeren. Mal den neuen „Stern“. Und wo bleiben die Jackpot-Jäger? „Die kommen erst am Samstag“, sagt Kioskpächter Sebastian Plewka mit bröckelnder Stimme. Bis knapp zwei Stunden vor der Ziehung kann man ja noch die sechs Richtigen tippen, plus Zusatzzahl. Ob es geklappt hat, wird Plewka wohl nie erfahren. Ab 500 Euro zeigt seine Lottomaschine nur noch ein nichtssagendes „Zentralgewinn“ an. Dahinter können sich neun Millionen verbergen - oder nur schlappe 550 Euro.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist der Lotto-Jackpot wieder deutlich über die Fünf-Millionen-Euro-Zone hinausgeklettert. Das lassen sich vor allem junge Spieler nicht entgehen, sagt Plewka. Der Umsatz steigt in solchen Zeiten um 20 bis 30 Prozent. Die Gewinnsumme lässt die Einsätze wachsen - die Einsätze lassen wiederum die Gewinnsumme wachsen. Das ist gut für die Klassenlotterie, die Kioskbesitzer und natürlich den Staat, der bei jedem Spiel mitmischt.

Wie oft im Jahr ein gut gefüller Jackpot auftritt, vermag Lotto-Sprecher Reinhard Düsberg nicht zu sagen. Da gebe es keinen vorhersagbaren Zyklus. Allgemein seien die großen Gewinnansammlungen seltener geworden, weil seit zwei Jahren nicht mehr zwischen Mittwochs- und Samstagslotto getrennt wird. Gibt es keinen Top-Gewinner am Samstag, wandert die Summe in den Mittwochs-Jackpot und von dort wieder in die Samstagsrunde.

Rund 800 000 Tippaufträge nimmt die Berliner Klassenlotterie jede Woche an – drei Viertel der Leute spielen samstags. Ein Phänomen kann Düsberg allerdings nicht so recht entschlüsseln. Bestimmte Zahlen gewinnen häufiger als andere. Seit 1955 – damals begannen die Lottoziehungen – war die Zahl 13 nur 524mal ein Treffer. Die Zahl 38 fand dagegen 640mal und damit häufiger als andere den Weg in die Auffangröhre des Ziehungsgerätes. Die Zahl 38 birgt offenbar die höchsten Gewinnchancen. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ist diese Aussage allerdings Nonsens. Liegt es vielleicht an unterschiedlicher Abnutzung der Kugeln? Nein, sagt Düsberg. Die Kugeln würden ja vom TÜV überprüft. Dagegen spricht auch, dass die häufigste Zahl aus allen Samstagsziehungen (32) ausgerechnet die seltenste Zahl aller Mittwochsziehungen ist.

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