In Berlin und speziell Marzahn : Die AfD wirbt jetzt für Multikulti

In ihrem Wahlprogramm hat sich die Berliner AfD der Vielfalt in heimischen Wäldern verschrieben. Einem Kandidaten aus Marzahn liegt das besonders am Herzen.

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Multikulti im Forst: Daniel Birkefeld geht um die Zukunft des deutschen Waldes.
Multikulti im Forst: Daniel Birkefeld geht um die Zukunft des deutschen Waldes.Foto: dpa

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Der Tag ist gekommen, den wir nicht für möglich gehalten hätten. Die AfD wirbt jetzt für Multikulti. Ausgerechnet in Marzahn. Und an vorderster Front ein Mann namens Daniel Birkefeld. Der 41-jährige Frührentner will für seine Partei als Direktkandidat ins Abgeordnetenhaus einziehen und hat sich ein wichtiges Anliegen aus dem Umweltprogramm herausgegriffen. Es geht um nichts weniger als die Zukunft des deutschen Waldes.

Denn der Feind lauert in beinahe jedem Berliner Forst: „Kiefernmonokulturen mit nur sehr eingeschränktem ökologischen Wert“.

Nun wird die AfD zu Recht einwenden, dass bei aller Vielfalt doch nur heimische Baumarten erwünscht seien, nicht etwa nahöstliche oder afrikanische Gewächse. Aber haben nicht auch viele urdeutsche Bäume einen Migrationshintergrund? Die Eiche überdauerte die Eiszeit nur durch Flucht in den Mittelmeerraum, die Buche kehrte später über die Balkanroute zurück. Und selbst die Linde, ohne die wir uns keinen Fackelaufmarsch am Thingplatz vorstellen können, wäre Väterchen Frost zum Opfer gefallen, wenn sie nicht auch in der Türkei Asyl gefunden hätte.

Dazu Kandidat Birkefeld: „Ich bin fest im Boden des Bezirks verwurzelt.“ Na, dann ...

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel, und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

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