• In Gefahr: Betreuung an Brennpunktschule Eltern sollen für bisher kostenloses Ganztagsprogramm zahlen

Berlin : In Gefahr: Betreuung an Brennpunktschule Eltern sollen für bisher kostenloses Ganztagsprogramm zahlen

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Das Bundesprogramm für den Ausbau neuer Ganztagsschulen gefährdet offenbar bereits existierende Ganztagsangebote: Wie gestern bekannt wurde, soll die bisher kostenlose Ganztagsbetreuung der Kreuzberger LenauGrundschule gebührenpflichtig werden. Die Gesamtelternvertretung und auch die Schulleitung befürchten nun, dass sich ausgerechnet sozial schwache Familien aus dem Nachmittagsbetreuung abmelden, um die Hortkosten zu sparen. Damit würde das Ziel des Bundesprogramms verfehlt, gerade benachteiligten Kindern eine zusätzliche Förderung anzubieten.

Hintergrund des Konfliktes ist die Vorgabe der Senatsbildungsverwaltung im Zusammenhang mit dem Bundesprogramm, wonach nur noch solche Ganztagsschulen kostenlos sein sollen, deren Nachmittagsprogramm verpflichtend ist. Die Lenau-Schule hingegen bietet nur für einen Teil der Schüler ein Pflichtprogramm von 8 bis 16 Uhr. Die anderen Schüler können wählen, ob sie am Nachmittag in der Schule bleiben wollen. Damit handelt es sich um eine Mischform, die im Ganztagskonzept des Schulsenators nicht vorgesehen ist. Das Bezirksamt habe deshalb angekündigt, dass das Lenau-Angebot nur noch den Status des so genannten offenen Ganztagsbetriebs erhalte, berichtet Schulleiterin Karola Klawuhn. Dies aber bedeutet, dass die Fünft- und Sechstklässler gar keinen Anspruch auf Betreuung nach der Schule haben und dass alle anderen Schüler für die Nachmittagsbetreuung bezahlen müssen. Aus dem bezirklichen Schulamt war keine Stellungnahme zu erhalten. sve

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