Berlin : In Lappland liegt das Christkind in der Hängematte

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In seiner elften Weihnachtsausstellung holt das Heimatmuseum an der Schloßstraße jetzt ganz weit aus. "Christmas around the world" (Weihnachten in aller Welt), heißt das diesjährige Motto. Das prächtigste Exponat ist eine Krakauer "Szopka"-Krippe: ein mehrstöckiges Miniaturgebäude aus Holz und Papier, das mit Elementen der Krakauer Architektur verziert ist und mehr einem Schloss als dem Stall von Bethlehem ähnelt. Wie Fotos zeigen, werden solche Kunstwerke in der Adventszeit durch die Straßen der polnischen Stadt getragen.

Originell ist auch ein Krippenspiel aus Lappland, bei dem das Christkind im Zelt in einer Hängematte liegt. "Das biblische Geschehen sieht in jedem Land anders aus", hat Museumsleiterin Birgit Jochens festgestellt. Auch die Weihnachtsmänner unterscheiden sich erheblich. So bringt in Russland zumeist "Väterchen Frost" die Geschenke. Laut Birgit Jochens entstand diese Figur - entgegen einer weit verbreiteten Meinung - schon lange vor der Sowjetunion. In vielen Ländern veränderte sich das Erscheinungsbild des Weihnachtsmanns im Laufe der Zeit. Etwa bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts herrschten ernst blickende, würdevolle Gestalten vor - sie entstanden nach dem Vorbild des heiligen Nikolaus. Später wurde der Weihnachtsmann vielerorts ein ganz anderer Typ mit pausbäckigem Gesicht und breitem Lächeln. Auch sein roter Mantel war nicht immer typisch; erst weltweite Werbekampagnen von Coca-Cola machten diese Darstellung populär.

Das Museum organisierte die Schau zusammen mit elf Institutionen von der Armenischen Gemeinde bis zur Vereinigung der Ukrainer in Deutschland. Unter anderem werden auch die Bräuche und Dekorationen in England, Frankreich, Holland, Italien, Mexiko, Schweden, Ungarn und Tansania vorgestellt. Einbezogen sind außerdem Feiertage wie das jüdische Chanukka-Fest, die mit der Adventszeit zusammenfallen.

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