Berlin : In Prenzlauer Berg werden 95 Bäume gefällt

In der Isländischen Straße wurden zwei Autos demoliert – durch einen Baum. „Das war an einem stürmischen Junitag. Plötzlich krachte es und der Stamm kippte um“, sagt ein Anwohner. Doch auch in anderen Straßen in Prenzlauer Berg rund um den Arnimplatz, Falkplatz und südlich der Gethsemanekirche sind vereinzelt Bäume umgestürzt – oder sie gelten als gefährdet. Deshalb will das Bezirksamt vom kommenden Montag an bis Ende November in 14 Straßen des Ortsteils 95 Bäume fällen. Sie seien an Wurzelfäule erkrankt, heißt es zu der Aktion.

Bisher gab es keine Proteste wie beispielsweise im vergangenen Sommer gegen die geplanten Baumfällungen am Landwehrkanal. Allerdings sind viele Anwohner über die Fällaktion noch gar nicht informiert. Neben einigen Rotdornen sollen vor allem Traubenkirschen fallen. Diese weiß blühenden, bis zu 15 Meter hohen Bäume wurden in den frühen achtziger Jahren oft in Prenzlauer Berg gepflanzt. Inzwischen haben ihre Wipfel die dritte Etage erreicht, sie sehen gesund aus, doch ihre Wurzeln sind laut Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) so stark von Fäule befallen, „dass die Stämme bei leichteren Stürmen umfallen können“. Bevor man sie gepflanzt habe, seien die Bäume „auf einer falschen Unterlage veredelt worden“, lautet der Grund für die Erkrankung. Für jeden gefällten Baum soll ein neuer gepflanzt werden.

Die Kettensägen wird man nun bald in folgenden Straßen hören, wo jeweils zwei bis elf Bäume beseitigt werden: Gleimstraße, Am Falkplatz, Gaudy-, Korsörer-, Oderberger- und Greifenhagener Straße, Gudvanger-, Malmöer-, Sonnenburger- und Buchholzer Straße, Driesener-, Czarnikauer-, Ystader- und Isländische Straße.

Ingeborg Maaß in der Czarnikauer Straße erinnert sich noch, wie die Traubenkirschen gepflanzt wurden. „Der Sommer war heiß, wir Anwohner haben die Bäumchen gegossen.“ Jetzt ist sie allerdings „gar nicht so böse“ über die Fällaktio. Danach hat sie wieder mehr Sonne im Parterre. CS

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