Berlin : In Sachen Seagal: Actionstar vor Gericht

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STADTMENSCHEN

Man könnte ja sagen: selber Schuld. Wer einen, der gerne EinMann-Killer-Kommandos spielt, ins Haus lässt, soll sich nicht wundern, wenn es dort hinterher aussieht, als hätte ein Ein-Mann-Killer-Kommando darin gewohnt. Aber das kann natürlich nicht die Moral der Geschichte sein. Um die wird heute in Saal 131 des Berliner Landgerichts gestritten.

Ein Ehepaar hatte dem US-Actionstar Steven Seagal („Nico“, „Hard to Kill“, „Brooklyn-Massaker“, „Alarmstufe: Rot“) im Winter 2001 für zwei Monate seine Prachtvilla am Wannsee vermietet, als in Berlin gerade der Actionfilm „Half Past Dead“ (deutsch: „Halbtot“), gedreht wurde. Als Seagal, der seine Monatsmiete von 30000 Euro pünktlich gezahlt haben soll, sich nach Drehschluss auf die Heimreise machte, war dann auch die Villa sozusagen halb tot. Zerkratzte Tapeten, verdreckte Teppiche, zerschrammte Türen. Das Ehepaar musste nach eigenem Bekunden Handwerker fürs Aufräumen holen. Dafür wollte man das Geld zurück. Man wandte sich an den Schauspieler, der nicht reagierte. Also zog man vors Landgericht, das eine Klage zuließ. Ganz untätig war aber auch Seagal in dieser Angelegenheit nicht: Der 51-Jährige hat seinerseits Klage eingereicht. Gegen seine Berliner Vermieter. Grund: Bedrohung und Erpressung. Das Ehepaar habe damit gedroht, ihm – wenn er nicht bald zahle – die Berliner Mafia auf den Hals zu hetzen. Methoden, die Seagal aus seinen Filmen kennt. Die Berliner Vermieter verwiesen die Vorwürfe ins Reich der Fantasie.

Soweit, so unklar. Wann der Prozess entschieden wird, steht noch nicht fest. Dafür soll am 12. Juni aber „Halbtot“ in die Kinos kommen, in dem bei wenig Handlung viel kaputt gemacht wird. Für Seagals Vermieter ein rotes Tuch. ari

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