Berlin : Initiative „Freie Heide“ löst sich auf

Rheinsberg - 20 Jahre nach ihrer Gründung wird die Bürgerinitiative „Freie Heide“ gegen das sogenannte Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide aufgelöst. „Unser Ziel war die nichtmilitärische Nutzung der Heide“, sagte der Sprecher der Initiative, Benedikt Schirge. Vor wenigen Tagen sei der letzte Infobrief an die Mitglieder verschickt worden, sagte er. Die Formalitäten zur Auflösung des Vereins dauerten aber voraussichtlich noch etwa ein Jahr. Die im Jahr 1992 gegründete Initiative hatte sich gegen eine militärische Nutzung des früheren sowjetischen Truppenübungsplatzes eingesetzt. Im April 2010 gab das Verteidigungsministerium das Gelände auf.

Ernsthafte Überlegungen, die Bürgerinitiative zu erhalten und sich einem anderen Thema – etwa der Begehbarkeit des mit Munition verseuchten Geländes – zu widmen, habe es nicht gegeben. „Nur aus Gewohnheit wollte keiner weitermachen“, sagte der Friedensaktivist und Pfarrer Schirge. Schließlich sei eine Menge Kraft und viel Lebenszeit für den Kampf gegen das „Bombodrom“ aufgewendet worden. So hat die Initiative unter anderem 17 Jahre lang Ostermärsche am Rande des „Bombodroms“ veranstaltet. Zum letzten Marsch im Jahr 2009 waren rund 12 000 Menschen gekommen. Seit August 2011 erinnern elf Schautafeln in Orten rund um das Gelände über den Einsatz der Bürgerinitiative.

Die Bundeswehr wollte den ehemaligen Luft-Boden-Schießplatz der sowjetischen Armee in der Kyritz-Ruppiner Heide ursprünglich für ihre eigenen Bombenabwurfübungen ausbauen. Unter anderem sollten dort insgesamt 1700 Tiefflüge im Jahr absolviert werden. Nach den jahrelangen Protesten der Anwohner und mehreren Niederlagen vor Gericht gab der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) diese Pläne schließlich auf. dapd

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