Initiative für ein Museum : Raum für 30 000 Fotos

Im Ullsteinhaus in Tempelhof soll ein Pressemuseum entstehen. Kernstück soll die Sammlung des bekannten Fotografen Robert Lebeck werden. Er hat 30 000 Exponate aus der Geschichte der Fotoreportage zusammengetragen.

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Sammler und Fotograf. Robert Lebeck hat rund 30 000 Exponate zur Geschichte der Fotoreportage zusammengetragen.
Sammler und Fotograf. Robert Lebeck hat rund 30 000 Exponate zur Geschichte der Fotoreportage zusammengetragen.Foto: dpa

Bisher unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich in Berlin eine Initiative für ein Museum gebildet, dessen Thema ohne Öffentlichkeit eigentlich undenkbar ist: Im Tempelhofer Ullsteinhaus soll ein Pressemuseum entstehen. Heute befasst sich das Abgeordnetenhaus auf Antrag der Koalitionsfraktionen SPD und CDU zum ersten Mal damit. Die Idee zu dem Projekt hatte der Journalist Holger Wettingfeld. Er konnte Mitstreiter wie den Schriftsteller Sten Nadolny, den SPD-Abgeordneten Frank Zimmermann und den Theaterregisseur Ullstein-Enkel Geoffrey Layton gewinnen. Das Museum soll sich der Pressetradition Berlins und der Pressegeschichte widmen, sagt Wettingfeld.

Das Ullsteinhaus gilt als perfekter Ort, da es als früherer Sitz des alten Ullstein-Verlags und später verschiedener Zeitungen in den Nachkriegsjahren untrennbar mit der Pressegeschichte Berlins verbunden ist. 1000 Quadratmeter Fläche stehen jetzt dort zur Verfügung.

Kernstück des Museums soll die Sammlung des Fotografen Robert Lebeck werden, der ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins für das Museum gehört. Lebecks Sammlung umfasst rund 30 000 Exponate zur Geschichte der Fotoreportage von 1839 bis 1973. Eine Universität in Toronto wollte die Kollektion erwerben. Aber die Museumsinitiative hat es geschafft, sich unter anderem Unterstützung über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu holen. Jetzt wird auch ein Antrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft gestellt, um die Sammlung ankaufen zu können.

Nach Angaben des SPD-Abgeordneten Zimmermann soll der Senat vom Abgeordnetenhaus zur Unterstützung des Projekts aufgefordert werden. Dann könne sich das Museum um Gelder auch der Lottostiftung und des Hauptstadtkulturfonds bemühen.

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