Innovationspreis 2014 : Lichtquellen im Leuchtturm

Fünf von zehn Nominierten freuen sich über den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2014.

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Alle auf einen Blick. Sie alle gehörten vor der diesjährigen Preisvergabe zur engeren Wahl. Doch gewinnen konnten nur fünf Unternehmen.
Alle auf einen Blick. Sie alle gehörten vor der diesjährigen Preisvergabe zur engeren Wahl. Doch gewinnen konnten nur fünf...Foto: Kästner/Publipikator GmbH

Nichts geht mehr! Die Preisträger des diesjährigen Innovationspreises Berlin Brandenburg stehen fest. Fünf der zehn Nominierten durften sich gestern Abend bei der feierlichen Preisverleihung im Max-Delbrück Communication Center auf dem Campus Berlin-Buch über ein vorgezogenes Nikolausgeschenk freuen: den mit jeweils 10 000 Euro dotierten Innovationspreis Berlin 2014. Es gewannen die Big Image Systems Deutschland GmbH mit ihrem weltweit größten Textilprinter, die e*message Wireless Information Services Deutschland GmbH mit ihrer Broadcast Steuerungslösung, die Humedics GmbH mit ihrem Leber-Schnelltester, die Tischlerei Spatzier mit ihrem UV-Schutzglas für den Denkmalbereich und die Grasse Zur Ingenieurgesellschaft mBH mit ihrem innovativen Messverfahren für die Schubprüfung an Faserverbund-Werkstoffen. Die Unternehmen und ihre Ideen werden auf dieser und den folgenden Seiten ausführlich vorgestellt.

Verdient hätten den Preis indes alle Nominierten, die die unabhängige 18-köpfige Expertenjury aus 122 Einsendungen von Einrichtungen und Unternehmen ausgewählt hatte. Der größte Teil, insgesamt 68 der eingereichten Innovationen und Neuerungen, wurde von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) der Hauptstadtregion entwickelt. Doch auch acht Großunternehmen sind unter den Teilnehmern. Sieben Innovationen kommen aus dem Bereich Handwerk.

Der Innovationspreis Berlin Brandenburg wird jährlich für „herausragende Innovationen“ vergeben, die in der Hauptstadtregion entwickelt wurden. Als Aushängeschild für Forschungs- und Unternehmergeist in den beiden Ländern Berlin und Brandenburg weist der Preis eine lange, seit 1992 länderübergreifende Tradition zurück. Mehr als 135 Preisträger wurden bisher ausgezeichnet.

"Ohne Innovationen gibt es nur Stillstand"

Die Senatsverwaltungen für Wirtschaft in Berlin und Brandenburg freuten sich über insgesamt 13 Einreichungen aus einer Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. 21 Bewerbungen seien Verbundprojekte aus beiden Ländern, teilten die Auslober des Preises mit. Die Unternehmen seien vor allem durch weitreichende Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wesentlich wettbewerbsfähiger geworden. Innerhalb der regionalen Wertschöpfungskette und auch auf internationaler Geschäftsebene konnten die Unternehmen damit neue Bedeutung erreichen.

Guido Beermann, Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Guido Beermann, bezeichnete die Hauptstadtregion anlässlich der Preisvergabe als technologieorientierten Standort mit hochmotivierten Klein- und mittleren Unternehmen. Die Nominierten seien dabei die „Lichtquellen im Leuchtturm“. Neben den Preisträgern waren dies im Jahr 2014: die Charité-Universitätsmedizin Berlin für eine neue Zelltherapie, mit der das menschliche Herz therapiert werden kann, die Lumics GmbH, die Gewebe mit einem Laserstrahl zu zerschneiden vermag, die LUUV Forward GmbH mit ihrem Einhand-Schwebemotiv, die Rolls-Royce Deutschland Ltd. & Co. KG mit einer Radialwelle aus Kohlefaserverbundstoff für Flugzeuge und die PicoQuant GmbH mit hochauflösenden Mikroskopieverfahren für tägliche Routineeinsätze. Brandenburgs Staatssekretär Hendrik Fischer (Ministerium für Wirtschaft und Energie) hofft, den Anteil der Brandenburger Unternehmen künftig noch zu steigern und freute sich darüber, dass ein Handwerksunternehmen unter den Preisträgern ist. „Die Innovation spielt als Kerngegenstand der Arbeit die zentrale Rolle – ohne Innovationen gibt es nur Stillstand“, sagte Fischer zur Preisverleihung.

Eckart Uhlmann, Jury-Präsident und Direktor des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, lobte die „innovative Vielfalt der Hauptstadtregion“. Christian Segal, Leiter des Firmencenter Gründungen und Unternehmensnachfolge der Berliner Sparkassen, sagte am Rande der Veranstaltung: „Häufig unterschätzen Gründer den Zeitraum, bis sich ein gutes Konzept am Markt durchsetzt, bis aus Aufträgen echte Umsätze werden. Und auch dann haben viele Gründer das Geld noch nicht auf dem Konto, sondern müssen die Zeit bis zum Zahlungseingang überbrücken.“ Nach der Gründung ist also vor dem Ausbau der Firma. Die Preisgelder dürften bei den fünf Gewinnern gut angelegt sein.

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