INTERVIEW : Frank Henkel: "CDU, Grüne und FDP haben eine Mehrheit“

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Foto: Kai-Uwe Heinrich

Herr Henkel, es könnte reichen für Union und FDP. Wie wird die Bundespolitik sich ändern?

Wenn es für Schwarz-Gelb reicht, wäre das eine Bestätigung für den Kurs der Union.

Der Wahlkampf war ganz auf die Kanzlerin zugeschnitten. Was bedeutet ein Ergebnis von 32 bis 34 Prozent für Angela Merkel?

Das bedeutet, dass Angela Merkel als Wahlsiegerin aus dieser Bundestagswahl hervorgegangen ist.

Aber ein Kompliment der Wähler an sie ist es nicht.

Dieser Wahlkampf hat im schwierigen Umfeld der Wirtschafts- und Finanzkrise stattgefunden. Ich finde, Angela Merkel hat das Land bislang gut durch die Krise gesteuert. Jetzt wird es darauf ankommen, die Weichen schnell in Richtung Wachstum und Beschäftigung zu stellen.

Die nächste Bundesregierung wird vermutlich kräftig sparen müssen. Wäre da nicht eine große Koalition stabiler?

Wir haben vor der Wahl gesagt, dass wir die öffentlichen Haushalte konsolidieren, dass wir investieren und die Bürger des Landes entlasten wollen. Diejenigen, die den Karren ziehen, die mehr leisten – diese Menschen sollen mehr Netto vom Brutto in der Tasche haben. Das sind Ziele, die sich mit der FDP besser verwirklichen lassen als mit der Sozialdemokratie.

Die Berliner CDU steht nicht wirklich gekräftigt da. Ist der Neuanfang, den Sie vor einem halben Jahr gemacht haben, nicht bei den Leuten angekommen?

Wir haben in Berlin die Europawahlen klar gewonnen und sind aus diesen Wahlen als stärkste Kraft hervorgegangen. Ich habe vor der Bundestagswahl gesagt, dass ich eine Ergebnisverbesserung im Vergleich zu 2005 möchte. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt.

Das rot-rot-grüne Lager hat in Berlin noch immer die Mehrheit. Müssen Sie in der Opposition wieder mehr auf Jamaika und die Zusammenarbeit mit den Grünen setzen?

Ihre These ist nicht richtig: Union, Grüne und FDP haben in Berlin jedenfalls in den Umfragen eine Mehrheit. Ich habe aber immer gesagt: Die Grünen müssen sich entscheiden, wo sie hinwollen: zu uns in die gesellschaftliche Mitte – oder weiter nach links, links außen, rot-rot-grün.

Frank Henkel (45)

ist Vorsitzender der Berliner CDU und Fraktionschef im Abgeordnetenhaus sowie Mitglied des Bundesvorstands. Ihn befragte Werner van Bebber.

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