Interview mit einem Extrem-Spaziergänger : „Ohne Berge geht’s eben leichter“

Philipp Laage will heute in Berlin aufbrechen und 100 Kilometer am Stück laufen. Warum bloß? Ein Gespräch über Brandenburgs Natur, Proviant und Fitness.

Hier zum Beispiel? Brandenburg ist voller schöner Ecken zum Wandern und Radfahren.
Hier zum Beispiel? Brandenburg ist voller schöner Ecken zum Wandern und Radfahren.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Herr Laage, sie wollen heute zu einem 100 Kilometer langen Marsch aufbrechen und in 24 Stunden von Berlin nach Gusow in Brandenburg laufen. Wie kommt man denn auf so eine Idee?

Wir haben so einen Marsch schon öfter gemacht – zum ersten Mal 2007 im Sauerland. Damals war alles noch ziemlich dilettantisch. Wir sind einfach losgelaufen ohne Proviant und richtige Schuhe. Nach 30 Kilometern standen wir das erste Mal knöcheltief im Wasser und haben ans Aufhören gedacht. Aber wir sind weitergelaufen. Wir haben einfach einen Fuß vor den anderen gesetzt, bis zum Ziel. Unsere Füße haben gebrannt. Aber am Ende war es die ganze Mühe wert.

Warum?
Wenn man mal so zurückdenkt: An wie viele Wochenenden im letzten Jahr kann man sich noch erinnern? Das sind meist nicht sehr viele. Aber dieses eine, mit seinen ganzen Strapazen, wird man nie vergessen. Das ist eine nachhaltige Erinnerung, die bleibt.

Warum laufen Sie diesmal durch Brandenburg?
Ganz einfach: Brandenburg hat sehr schöne Natur. Und es gibt keine Berge, was das Laufen eben leichter macht. Im Mai haben wir das schon einmal probiert, damals mit nur 15 Leuten. Dieses Mal haben sich mehr als 60 angemeldet.

Wo führt Sie die Tour entlang?
Der Marsch führt von Alt-Treptow sehr schnell aus der Stadt heraus. Ab Kilometer 30 geht es fast nur noch durch die Brandenburger Natur. Der Untergrund ist Schotter, weicher Waldweg oder Asphalt. Man marschiert durch Wälder, Felder, kleine Dörfchen, kommt aber auch an einigen sehr schönen Seen vorbei.

Und was soll das bringen?
Der Körper stößt natürlich an seine Grenzen. Doch für jede normalsportliche Person ist unser Marsch machbar. Der eigentliche Kampf findet im Kopf statt.

Philipp Laage, 26, bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Läufer, Bergsteiger und Extremsportler. Seit einigen Jahren nimmt er regelmäßig an Marathons und Extremläufen teil. Das Gespräch führte Stefan Kuhfs.

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