INTRANSPARENT : Noch ein Wutausbruch, diesmal ohne Ton

TECHNISCHE PANNE…

Für Aufsehen hat die Piratenfraktion jüngst auch mit einer technischen Panne gesorgt. Für die Nachwelt ist deshalb ein offenbar heftiger Wutausbruch des Fraktionschefs Christopher Lauer nicht dokumentiert. „Sehr, sehr ärgerlich“ finde sie den Fehler, sagt Fraktionssprecherin Chris Linke. Vorbildlich transparent wollen die Piraten politisch agieren, und so zeichnen sie, seit sie vor gut anderthalb Jahren ins Parlament einzogen, alle Fraktionssitzungen per Video und zusätzlich als Tondatei auf. Im Video einer Fraktionssitzung vom 9. April fehlen jedoch einige Minuten der Tonspur, zu sehen ist nur das Bild. Erkennbar: Fraktionschef Lauer echauffiert sich, rudert mit den Armen. Vorangegangen war eine Diskussion mit Fraktionskollege Gerwald Claus-Brunner um den fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehr, eine Lieblingsidee der Piraten. Claus-Brunner wollte den Senat per Antrag auffordern, dazu eine Studie zu erstellen, Lauer argumentierte, die Piraten machten sich lächerlich, wenn sie zu einem ihrer Kernprojekte nicht selbst ein Konzept vorlegten.

... UND ZWAR EINMALIG

Sie habe keine Ahnung, warum ausschließlich in diesen zwei Minuten – den letzten vor einer Sitzungspause – die Tonspur des Videos beschädigt sei, sagte Fraktionssprecherin Linke am Freitag. „Herrn Lauer ist richtig der Kragen geplatzt“, schilderte sie die Situation. Lauer selbst sagte am Freitag, er habe Claus-Brunner „deutlich angekachelt“ und auch kein Problem damit, das öffentlich zuzugeben. Linke sagte, eine Audioaufzeichnung gebe es ausnahmsweise überhaupt nicht, weil die Speicherkarte voll gewesen sei, was leider niemand bemerkt habe. Ob so etwas schon einmal vorgekommen sei oder ausgerechnet in diesen zwei Minuten eine unerklärliche Panne auftrat? Ihres Wissens habe es solche Probleme vorher nie gegeben, sagt Linke. kch

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