Berlin : "Italien in Berlin": Vom Pizzabacken zum Piano-Turm: Eine neue Broschüre

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Über italienische Akzente bei Schering sollte Giuseppe Vita sprechen. Der Vorstandsvorsitzende des Pharma-Konzerns wollte aber nicht - weil er sie nicht setzen konnte. Zu international sei der Betrieb und irgendwie eben auch sehr deutsch. Jedenfalls bei den Arbeitszeiten - "ohne lange Mittagspause". Da konnte man doch ein leises Bedauern heraushören, als Vita gestern eine Broschüre der Ausländerbeauftragten des Senats, Barbara John, vorstellte.

"Italien in Berlin": In der vierten Auflage ist jetzt dieser Klassiker der Hefte über ausländische Kolonien in der Stadt erschienen. Auf 100 Seiten zeigt Autor Mario Tamponi die Vielfalt und die Wandlungsfähigkeit der kleinen Gemeinde seiner Landsleute. In den frühen sechziger Jahren waren es Gastarbeiter und Pizzabäcker, die italienisches Flair nach Berlin brachten. Heute sind es auch Architekten wie Renzo Piano oder der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, die Stadtbild und Klang des neuen Berlin mit geprägt haben. Als "integriert und arriviert" bezeichnet Barbara John die Italiener in Berlin. Knapp 13 000 leben hier. Mindestens 100 von ihnen kann man durch die Porträts und Interviews Mario Tamponis kennenlernen: darunter die bewegte Bilderwelt der Malerin Carla Fioravanti, die Gedichte von Edda Biasia und die Arbeit des Familienhelfers der Caritas, Michele Rutigliano. Auch Kulturinstitute und Vereine werden vorgestellt.

Giuseppe Vita setzte zumindest gestern italienische Akzente in Berlin: Er bekannte sich als "glücklicher Berliner und superglücklicher Italiener" und bedankte sich dafür bei Barbara John: "Sie haben so viel für uns Italiener und für alle Ausländer in dieser Stadt getan". Vita kann die Stadt bald noch intensiver genießen. Im April 2001 geht er in den Ruhestand und bleibt - in Berlino.

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