Jeff Koons : Ballons bringen Millionen

Jeff-Koons-Skulptur vom Potsdamer Platz wird in New York versteigert

Laura Blecken
Dickes Ding. Die Skulptur könnte mehr als elf Millionen Euro bringen. Foto: Thilo Rückeis
Dickes Ding. Die Skulptur könnte mehr als elf Millionen Euro bringen. Foto: Thilo Rückeis

Jahrelang hat die ballonartige, leuchtend blaue Edelstahl-Skulptur vor der Spielbank am Potsdamer Platz die Gemüter erregt. Einige fanden sie faszinierend, andere kitschig, auf jeden Fall war die „Balloon Flower“ des Pop-Art-Künstlers Jeff Koons ein Hingucker. Seit Anfang dieses Jahres präsentiert sich der Platz weniger farbenfroh, denn die von Fingerabdrücken beschmutzte Skulptur wurde zur Reinigung abgebaut. Zurückkehren wird sie nicht.

Die Plastik aus der Kunstsammlung der Daimler AG soll am 10. November im Rockefeller-Center in New York versteigert werden. Den Erlös will das Unternehmen in seine Kunstsammlung stecken, die insgesamt rund 2000 Werke fasst. Immerhin bis zu 11,5 Millionen Euro erhofft man sich von der Versteigerung über das Londoner Auktionshaus Christie’s. Eine gute Rendite für den Autokonzern Daimler, der die Skulptur vor zehn Jahren für 1,8 Mio Euro direkt vom Künstler erworben hat.

Die blaue „Balloon Flower“ ist eine von insgesamt fünf Skulpturen aus Koons’ „Celebration“-Serie. Die anderen Ballon-Blumen in magenta, orange, gelb und rot sind über die ganze Welt verstreut. Vor zwei Jahren hat die magentafarbene Variante bei der Versteigerung einen Rekordpreis für den Künstler eingefahren: Umgerechnet 16,3 Millionen Euro zahlte ein anonymer Bieter bei Christie’s in London.

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1 von 12Foto: dpa
12.10.2010 18:40Jeff Koons ist einer der erfolgreichsten Künstler derzeit. Seine Skulpturen, die farbenfroh und überdimensioniert sind, spalten...

Einen bestimmten Grund für den Verkauf der blauen Ballon-Skulptur gebe es nicht, sagte eine Daimler-Sprecherin: „Wir pflegen einen dynamischen Umgang mit unseren Sammelbeständen, Ankäufe und gelegentliche Verkäufe gehören da einfach dazu.“ So ziert bereits eine neue Skulptur den Platz vor der Spielbank: Frank Stellas „Prince Frederick Arthur of Homburg“. Das Wirrwarr von Aluminiumflächen und Stahlseilen sieht Koons’ klar umgrenzter Edelstahl-Skulptur aber wenig ähnlich. „Zeitgenössisch“ soll auch Stellas Werk sein – eben zehn Jahre nach Koons.Laura Blecken

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