Jubiläumsparty : Tausende HSV-Fans treffen sich vorm Hertha-Spiel

Ein grünes Idyll wird plötzlich schwarz-weiß-blau: Vor dem Bundesligaspiel zwischen Hertha BSC und dem HSV pilgern tausende Hamburger nach Berlin. Ihr Treffpunkt liegt aber nicht im Zentrum, sondern in einer kleinen Seitenstraße - in Pichelsberg.

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Pichels-wo? Diese Flyer kursieren derzeit in der HSV-Fanszene.
Pichels-wo? Diese Flyer kursieren derzeit in der HSV-Fanszene.Screenshot: promo/Facebook

Der Holzzaun vor der Kneipentür ist schon etwas morsch, aber was soll’s, diesen Nachmittag wird er jetzt auch noch überstehen. Vor der ollen Kneipe „Pichelsberger Krug“, gleich am S-Bahnhof gelegen, wird’s an diesem Sonnabend nämlich ziemlich voll. Liegt ausnahmsweise mal nicht an Hertha BSC und dem kühlen „Kindl“, das sie hier ausschenken, sondern am Hamburger SV. Denn hier, in dieser Seitenstraße zwischen schönen Gärtchen und Pferdeställen, treffen sich die Fans aus Hamburg.

Nicht 15, nicht 150, sondern 1500.

Und das kam so: Der Hamburger SV hat am 24. August 1963 sein erstes Spiel in der Fußball-Bundesligaspiel bestritten und diese Liga auch nie verlassen. Dieses Ereignis sollte also ein ganz hübscher Anlass sein, das Jubiläum 50 Jahre danach zu feiern – auf die Minute genau, um 17 Uhr. Und deshalb machen sich tausende Hamburger auf den Weg in dieses Viertel am Rande Westends, um hier ihren Lieblingsverein hochjubeln zu lassen.

Pichelsberg hat neben dem guten, alten „Pichelsberger Krug“ (der so viele Bratwürste verkaufen dürfte, wie noch nie vor einem Fußballspiel) eine kleine S-Bahnstation, einen nicht sehr imposanten Berg (62 Meter), ein langes Hochhaus aus den 50ern und viele gleichförmige, weiße Häuser (die alte britische Siedlung). Es gibt auch den Pichelssee, Pichelswerder und Pichelsdorf, die sich aber drüben befinden in Spandau.

Schön war die Zeit in Liga 2
Immer rin, rin, rin. Der Einlass hat begonnen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 29Foto: Kai-Uwe Heinrich
19.04.2013 17:55Immer rin, rin, rin. Der Einlass hat begonnen.

Am Sonnabend jedenfalls liegt Pichelsberg ausnahmsweise im Zentrum. Hier beginnt um 15 Uhr der „Jubiläumsmarsch durch Berlin“, wie es auf den HSV-Flyern steht, die in der Szene kursieren. Okay, das ist etwas großspurig angekündigt, denn der fulminante „Jubiläumsmarsch durch Berlin“ führt nur ein paar hundert Meter durch den Kiez, rüber zum Olympiastadion. Eigentlich wollten die HSV-Fans sich auf dem Theodor- Heuss-Platz treffen, aber das fand die Polizei nicht so witzig, weil ja auch noch 50 000 Hertha-Fans irgendwie zum Stadion kommen möchten. Und so landeten die Hamburger in Pichelsberg.

Um 17 Uhr, exakt 50 Jahre nach dem ersten Spiel, werden die Hamburger – insgesamt werden 10 000 in Berlin erwartet – ihren Klub bejubeln, um 18.30 Uhr ist Anpfiff. Und weil’s danach immer noch recht früh ist, fahren die HSV-Fans nach Friedrichshain. Im Astra-Kulturhaus am S-Bahnhof Warschauer Straße findet ab 21 Uhr die zweite Jubiläumssause statt, mit Lotto King Karl am Mikrofon. Pichelsberg gehört dann wieder den Herthanern.

Ein Kindl, bitte!


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