Jugend forscht : Die Tüftler lassen bitten

Sie sind Cracks in Bio, Chemie, Mathe, Physik. Die Besten aus dem Regionalwettbewerb "Jugend forscht" präsentieren ihre Arbeiten – und hoffen auf Tickets zum Bundesentscheid.

Saskia Weneit,Kitty Kleist-Heinrich (Fotos)

Koffein hat die Gesellschaft unterwandert – als Droge, und keiner ist sich dessen bewusst. Die Mehrzahl ist abhängig, nur noch leistungsfähig nach mindestens einer Tasse Kaffee. So lautet die Erkenntnis von Leon Tilly (17) und Nils Mönnikes (17), Schüler der Humboldt-Oberschule in Tegel. Ihr Biologieprojekt ist eines von 38 dieser Sparte beim 44. Berliner Landeswettbewerb Jugend forscht.

Im Mosaiksaal im Siemens-Verwaltungsgebäude in Spandau tummeln sich am Mittwoch 85 Jugendliche von 30 Berliner Schulen, 48 Jungen und 37 Mädchen. Sie haben sich mit Versuchen in den Fächern Mathematik/Informatik, Biologie, Chemie, Technik, Physik, Arbeitswelt sowie Geo- und Raumwissenschaften profiliert. Ausgewählt aus verschiedenen Regionalwettbewerben müssen sie sich nun im Landeswettbewerb beweisen.

Der gefühlte Intellegenzquotient im Saal bewegt sich zwischen sehr hoch und Genie. „Na ja, ich hatte eine Drei im letzten Zeugnis – in Sport“, sagt Nils Japke (12), ein Hochbegabter. Er stellt mit Antonio Cillis (12) und Lisa Krüger (10) der Ellef-Ringnes-Grundschule einen Roboter vor, der Müsli mixt. Sie haben ihn selbst programmiert. Für den Jugend-forscht-Wettbewerb sind sie zu jung, aber bei „Schüler experimentieren“ dabei. Mit Glück werden sie von der 21-köpfigen Jury mit einem Preis ausgezeichnet.

Die Älteren erhalten als Erstplatzierte 250 Euro, 200 Euro gibt es als zweiten, 150 Euro als dritten Preis. Die sieben Besten werden vom 21. bis 24. Mai zum Bundeswettbewerb Jugend forscht nach Osnabrück geschickt. „Wir hoffen auf einen Gewinner aus jedem Arbeitsgebiet“, sagt Martin Stöckmann, Leiter der Siemens-Ausbildung und Patenbeauftragter. Die Siemens AG richtet den Wettbewerb aus, Kostenfaktor: 50 000 Euro. Als Sonderpreise gibt es Firmenpraktika und Experimentierkästen. „Projekte, die wir außerhalb der Jurywertung interessant finden, bekommen einen 100- Euro-Gutschein“, sagt Siemens-Sprecherin Ilona Thiede. Eines steht ihrer Statistik nach fest: „Die Mädchen holen auf.“

Seit 15 Jahren betreut Physiklehrer Ralph Ballier den Landeswettbewerb. „Es stehen immer mehr Laptops an den Versuchsständen. Bei den Themen wird der Umweltschutz immer stärker“, hat er beobachtet. Der 58-Jährige ist aus Leidenschaft dabei, normalerweise unterrichtet er am OSZ Lise Meitner.

Bei den meisten Teilnehmern ist die Leidenschaft für das Forschen geweckt, und sie haben schon die nächsten Projekte im Kopf.

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