100° Festival im HAU : Postmoderne Prinzessinnen

Von Shakespeares „Sommernachtstraum“ in wallenden Gewändern hat jeder genug, und Nacktheit auf der Bühne ist nicht mal mehr obszön. Theater heißt nicht mehr Puppenkiste, sondern „multimediale Performance“ und „Live Art“. Was ist das denn?

Jolinde Hüchtker, 17
Freies Theater. Die Performance "High Time" von Joseph Campbell.
Freies Theater. Die Performance "High Time" von Joseph Campbell.Foto: Joseph Campbell

Beim 100° Festival vom 26. Februar bis zum 1. März kommen über hundert Künstler zusammen, die sich in absurder Namensgebung gegenseitig übertreffen, um das Festival des freien Theaters in Ekstase zu bringen. Gefeiert und geguckt wird im HAU (Hebbel am Ufer), in den Sophiensaelen und im Ballhaus Ost. Postmoderne Prinzessinnen in Rage oder rauschende Partys für die heimlichen Kulturbanausen unter uns - um nicht in der Fülle des Programms zu versinken, stellen wir euch zwei Stücke vor:

„In Transit“ von Shazaam

„Freies, frisches und feines Spiel“, so beschreibt sich die Performancegruppe „Shazaam“, die Körper, Ton, Bild und Sprache auf der Bühne zusammentreffen lässt. Die vier Künstler haben sich vor anderthalb Jahren in Berlin gefunden, ihre Wurzeln sind quer über den Atlantik und zurück verstreut und wenn ihr schon immer wissen wolltet, wie so eine „multimediale Live-Performance“ eigentlich aussieht, solltest ihr euch „In Transit“ nicht entgehen lassen. Was wir schon verraten können: projizierte Kameramalerei und Klangkunst.

Freitag, 27.02., HAU2 Bühne, 21:00, Dauer: 30 Minuten

„BANG BANG YOU'RE DEAD“ von LYNX RUFUS

„Wir werden dich aufschneiden. Wir nehmen dich auseinander! Wie einen Frosch im Biounterricht. Brechen dein Herz auf. Wir finden die Wahrheit. Deine Gründe. Warum hast du uns getötet Josh?“

Stell dir vor, du sitzt alleine in einer Zelle. Du hast deine Eltern und fünf Mitschüler erschossen. Und dann tauchen sie wieder auf.

Das Ensemble LYNX RUFUS setzt sich mit dem etwa fünfzehnjährigen Josh auseinander, einem Amokläufer. Ein schwieriges Thema - eines, was auf die Bühne gebracht werden muss. „Theater ist die stärkste aller Kunstformen“, meint Marisa Westermeyer, die „BANG BANG YOU'RE DEAD“ inszeniert hat. Für die, die wissen wollen, was sich hinter einer Tätermaske verbirgt und wie unschuldig die Opfer sind.

Samstag, 28.02., HAU1 Saal, 18:00, Dauer: 45 Minuten
Karten für das gesamte Festival kosten etwa 50 Euro (ermäßigt 33 Euro), für einen Abend etwa 18 Euro (ermäßigt etwa 13 Euro). Tickets und das gesamte Programm gibt’s unter www.hebbel-am-ufer.de.

Am Wochenende schon was anderes vor? Blöd, macht aber nichts. Vom 30. März bis zum 1. April 2015 gibt’s ein Best of 100° mit den Stücken, die jetzt den Jurypreis gewinnen – und für dich die Chance, dein Wochenende schon im Voraus vernünftig zu planen.

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