Aus dem Land der weißen Wolke : Zwischen Jesusbildern und Abschlussball

Neuseeland erinnert einen sofort an die "Herr der Ringe"-Filme. Die Hauptstadt Wellington wurde für die Premiere der Hobbit-Trilogie in "Mitte von Mittelerde" umbenannt. Dabei hat das Land weit mehr zu bieten, meint Ida Lieback, die ihr Auslandsjahr in Dunedin verbringt.

Ida Lieback
Viele Grüße aus Neuseeland
Viele Grüße aus NeuseelandFoto: dpa

Als ich in den Flieger stieg, hatte ich noch keine richtigen Vorstellungen von meinem Auslandsjahr. Keine konkreten zumindest. Aber ich wette, hätte ich welche gehabt, wäre ich jetzt ziemlich verwirrt. Alles ist so anders hier und so neu. Ich gehe auf das Kavanagh College in Dunedin, Neuseeland. Die Schule ist katholisch, was sich vor allem durch die vielen Maria- und Jesusbilder bemerkbar macht, die hier alle dreißig Zentimeter an der Wand hängen.

Vieles ist anders hier. Erstens ist es Winter, und in meiner Schuluniform, die aus Kilt, Bluse, Krawatte, Pulli und Blazer besteht, friere ich ganz schön. Außerdem hat man hier in Neuseeland nur sechs Fächer. Bei mir ist das lauter künstlerischer Kram wie Media Studies, Photography oder Drama, was es in Deutschland ja so nicht gibt, bis auf Drama vielleicht.

Ich bin jetzt seit beinahe zwei Monaten hier auf der Südinsel, weshalb ich mich schon ziemlich gut in die Kiwi-Kultur einleben konnte. Was sind Kiwis? Der Kiwi – ein hässlicher, flugunfähiger Vogel mit langem Schnabel – ist das Nationaltier Neuseelands, und deshalb nennen sich auch die Einwohner so. Ganz Neuseeland hat etwa 4,4 Millionen Einwohner, gerade mal eine Millionen mehr als Berlin.

Der Drehort der Filme heißt "Hobbiton"

Neuseelands erste Einwohner, die Maori, gaben dem Land ihren eigenen Namen: Aotearoa, Land der langen weißen Wolke. Da die Maorikultur in Neuseeland sehr geachtet und geschätzt wird, ist auch dieser Name unter Neuseeländern aller Kulturen sehr geläufig. Anders als in vielen anderen Ländern, wie Kanada, den USA und Australien, werden die Ureinwohner der schönen Insel mit großem Respekt behandelt, ihre Kultur wird in vielen Bereichen, zum Beispiel in der Schule oder der Sprache, intensiv mit einbezogen. Maori ist neben Englisch die Amtssprache Neuseelands und wird an fast allen Schulen unterrichtet.

Das ist Ida, die für uns aus Neuseeland berichtet.
Das ist Ida, die für uns aus Neuseeland berichtet.Foto: privat

Die Hauptstadt Neuseelands ist Wellington, allerdings nicht die größte. Mit ihren 1,3 Millionen Einwohnern ist Auckland, Ex-Hauptstadt, die einzige Millionenstadt Aotearoas. Neben Auckland und Wellington zählen beispielsweise Christchurch, Hamilton und Dunedin zu den großen Städten Neuseelands. Bekannt ist Neuseeland vor allem für das vielfältige Naturaufgebot und, nicht zu vergessen, das Herr-der-Ringe-Set. Wo sich Hobbits und Elben treffen, will natürlich jeder hin, so dass die Stadtverwaltung Wellingtons die Stadt zur Premiere des ersten Teils der Hobbit-Trilogie für drei Wochen in „Mitte von Mittelerde“ umbenannte. Mittelerde ist die von „Herr der Ringe“-Autor J.R.Tolkien geschaffene Welt, die in Neuseeland von Regisseur Peter Jackson verfilmt wurde. Jährlich kommen 20 000 bis 25 000 Touristen aus aller Welt nach Neuseeland, nur um Hobbiton, den Drehort der Filme, zu besuchen.

Doch nicht nur „Herr der Ringe“ hat Neuseeland so beliebt gemacht. Die wunderschöne Landschaft mit Fjorden, Bergen und Stränden ziehen einen magisch an, es reicht schon der Blick aus dem Fenster im Flugzeug von Auckland nach Dunedin, um sich ein bisschen wie in einer anderen Welt zu fühlen. Im Gegensatz zu Australien gibt es in Neuseeland auch kaum gefährliche oder giftige Tiere, was das Land umso attraktiver macht.
Ich freue mich schon sehr auf den Abschlussball in einem Monat und darüber dass ich mir wahrscheinlich nächste Woche mit der Unterstützung einer Freundin neue Ohrlöcher stechen lasse. Und ich freue mich darauf, dass ich bald meinen Führerschein beginne und dass ich noch viele neue Leute kennen lerne.

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