China und Laos : Was man beachten sollte, wenn man alleine reist

Max Deibert reiste drei Monate durch China und Laos. Am Ende wurde er zum Essen eingeladen. Tipps für den Umgang mit asiatischer Bandbreite.

Max Deibert
Unser Autor Max Deibert (l.) reiste nach dem Abitur drei Monate durch China und Laos.
Unser Autor Max Deibert (l.) reiste nach dem Abitur drei Monate durch China und Laos.Foto: privat

Bevor ich nach Asien reiste, plante ich nichts und kaufte mir ein One-Way-Ticket. Meinen Reiserucksack packte ich, als wäre ich meine eigene Mutter: ein Paar Unterhosen und Socken für jeden Tag, acht T-Shirts, drei Jeans, drei Jacken. Klug wäre es gewesen, wenig zu packen und mich in Asien einzukleiden. Am Zielort könnt ihr besser einschätzen, wie viel ihr tragen könnt oder wie oft ihr Wäsche waschen wollt. Außerdem ist es im Trend, als junger, schlecht verdienender Traveller in Pluderhosen, Stoffschuhen und Seidenhemd durch die Straßen von Luang Prabang zu schlendern. Ich fühlte mich jedenfalls cool dabei.

Fünf Bücher fanden den Weg in meinen Koffer (für Kondome war danach kein Platz mehr). Als Freund des Gedruckten weigerte ich mich rigoros, ein Ebook mitzunehmen. Wie sehr ich mich rückblickend für diese Entscheidung hasse. Meine Auswahl umfasste ausschließlich genial geschriebene Weltliteratur und Leihbücher. Der Zauberberg ist kein leichtes Buch. Anstatt mich davon zu trennen, verkaufte ich nach zwei Wochen meinen China-Reiseführer an eine Hostel-Bibliothek. Ich brauchte ihn nicht. Trips plante ich mit Hilfe von wissenderen, auskunftsfreudigen Travellern, tripadvisor.de und Erfahrungsberichten Einheimischer, die ein wenig Englisch sprachen. Von Lonely Planet wurde mir abgeraten, weil jede Location, in deren Beschreibung  Wörter wie „urig“, „unberührt“ oder „verlassen“ auftauchen, innerhalb von wenigen Monaten überrannt wird.

Alkohol gibt es in Asien billig und schrecklich schmeckend. Kauft nur eingeschweißte Flaschen, von selbst Gebrautem wird man blind. Feiern geht man am besten in einer Gruppe Vertrauter. Hier empfehlen sich Mitbewohner aus dem Dorm (Schlafsaal im Hostel). Ein Mädchen, mit dem du seit drei Tagen das Badezimmer teilst, kennst du besser als jeden vermeintlichen Freund, der dich auf der Straße anquatscht. Außerdem liegt es im Interesse aller Dorm-Bewohner, dass niemand einen fremden Typen abschleppt, der möglicherweise das ganze Zimmer leer räumt.

Tut euch einen Gefallen: Trennt euch nie vom Reisepass. Wenn ein Hostel Kopien machen will, wartet, bis sie fertig sind und lasst ihn euch sofort zurückgeben. Einige Motorradverleihe wollen einen Pass als Pfand behalten. Gebt eure Büchereikarte ab und sagt, es sei euer Perso. In China und Laos hat das geklappt.

Reisepass, Geld und ein Handy mit GPS oder Straßenkarte gehörten zum Standartinventar meiner Hosentasche. Zum Orientieren benutzte ich die App MAPS.ME. Sie ist kostenlos und ermöglicht einem, Karten von Ländern herunterzuladen, um sich dort anschließend auch ohne Internetverbindung nur mit GPS bewegen zu können. Einige Gasthäuser und Tempel sind ebenfalls eingetragen. Die App frisst weniger Speicher als „Google Maps Offline“ und ist schneller herunterzuladen.

Jeder Mensch, jede Kultur tickt anders. Wenn ihr eine schöne Zeit haben wollt, solltet ihr mit einer positiven Einstellung auf das Reiseland eurer Wahl zugehen. Positiv, nicht naiv. Zeitungsartikel über Vergewaltigung und Kindesraub, die euch Mutti kurz vor der Abreise weinend in der Küche vorliest, sollten als Warnung, nicht als Prophezeiung angesehen werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wer Gutes gibt, bekommt Gutes zurück. So ging es mir mit einer Chinesin, der ich im Bus Chips anbot, die mich darauf hin in mein Hostel navigierte und zum Essen einlud. So ging es mir mit den einheimischen Studenten, denen ich mit ihrer englischen Aussprache half. Abends kochten wir einheimisches Essen und gingen feiern.

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