Materazzi,Friedrich,Ljungberg : Ex-Fußballprofis spielen jetzt in Indien

Seit einem Jahr spielen in Indien Fußballteams um eine nationale Meisterschaft. Dafür haben sie einige ehemalige Stars verpflichtet.

Emilia Jütte
Na, wer erkennt den Mann unter dem Turban? Foto: dpa
Na, wer erkennt den Mann unter dem Turban?Foto: dpa

Auf dem Foto sieht man den Ex-Milan Verteidiger Marco Materazzi mit Turban und traditionellen Ketten. So versucht der 41-jährige Italiener, indische Fans für sich zu gewinnen. Ab dem nächsten Monat wird er für die Chennai Titans in der 2013 gegründeten Hero Indian Super League (ISL) gegen sieben andere Teams spielen. Die anderen Mannschaften kommen unter anderem aus Goa, der Hauptstadt Neu-Dheli oder der Millionenstadt Mumbai. Während die großen europäischen Vereine ihre Scouts auf die Suche nach jungen Talenten schicken, fokussieren sich Indiens Teams auf die früheren Profis. So soll die Liga attraktiver werden und auf lange Sicht auch ausländische Talente anlocken.


Manuel Friedrich spielt beim Mumbai City FC

Erstmal müssen die indischen Vereine jedoch mit den alten Stars Vorlieb nehmen. So hat zum Beispiel der Mumbai City FC, dessen Besitzer zwei bekannte Bollywood-Schauspieler sind, Arsenals schwedischen Ex-Star Fredrik Ljungberg verpflichtet. Viele würden sagen, dass der mit seinen 37 Jahren zu alt fürs Fußballspielen wäre – doch das scheint der neue Trend für die indische Super League zu sein. Auch der 35-jährige Manuel Friedrich unterschrieb einen Vertrag beim Mumbai City FC. Der ehemalige deutsche Nationalspieler spielte in der letzten Saison noch in der Champions League für Borussia Dortmund, nun wird er zum ersten Mal in seiner Karriere ins Ausland gehen. Auch der Verein aus der indischen Hauptstadt, Dheli Dynamos FC, hat mit dem italienischen Ex-Nationalspieler Alessandro Del Piero einen 39-Jährigen mit ins Boot geholt. Zauberfußballer Ronaldinho hatte auch schon fast bei einem indischen Verein unterschrieben, wechselte dann aber doch nach Mexico. Stellen die jungen Vereine für die „alten Herren“ eine neue Perspektive dar oder werden die durchschnittlich jungen indischen Spieler die ehemaligen Weltstars vom Feld kicken? Im Oktober geht die Indian Super League in die zweite Runde.


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