Was wir trinken : Drin ist was drauf steht

Cola muss nicht braun sein, Brausen müssen keine chemischen Verstärker enthalten und Limonaden nicht nur nach Zitrone schmecken. Wir haben uns mit Berliner Brauern getroffen. Teil 6- die Proviant-Manufaktur.

Henrik Hölzer
Paul Löhndorf mit seinen 'Babies'.
Paul Löhndorf mit seinen 'Babies'.Foto: Henrik Hölzer

„Eigentlich wollten wir damals ein Café aufmachen", sagt Paul Löhndorf. "Und dann kam es doch komplett anders.“ Paul ist Geschäftsführer und Mitbegründer von Proviant. Sie verkaufen Smoothies in kleinen Glasflaschen, die mit dem altmodischen Schriftzug auf dem Etikett einen hohen Wiedererkennungswert haben. Mittlerweile stellt die Manufaktur in Kreuzberg nicht mehr nur verschiedenste Smoothies her, sondern auch Limonaden und Schorlen.

Der Plan der drei Freunde Jan, Tom und Paul war allerdings ein anderer. Seit 2007 verdichteten sich die Ideen, ein Café für Studenten und andere junge Leute zu eröffnen. "Wir haben viel Kraft in dieses Projekt gesteckt", erzählt Paul Löhndorf. Selbst eine Website wurde eigens dafür erstellt - doch das Café hat es nie gegeben.

Bei Straßenfesten haben sich die Wraps und Bagels im Gegensatz zu die selbstgemachten Smooties nicht durchsetzen können. „Die Smoothies wurden uns regelrecht aus den Händen gerissen!“, sagt Paul.

Damit war für die drei klar, dass sie Fruchtsäfte produzieren wollten. „Wir haben uns gedacht, Smoothies gibt es schon, aber wir machen die echten Smoothies“. Wenn sie also einen Erdbeere-Banane-Smoothie herstellen, dann finden sich Erdbeeren und Bananen an erster Stelle der Rezepturliste.

Mit diesem einfachen Credo ging es los: „Im März 2009 haben wir den ersten Smoothie verkauft, an den Nachbarbetrieb gegenüber, der bei uns per Fax bestellt hat.“ Mittlerweile hat sich alles schnell verändert: die Produkte, wie sie produziert werden, die Haltbarkeit, die Zielgruppe. "Unsere Produktion“, erklärt Paul, „ist im Prinzip wie eine Großküche." Die 20-köpfige Proviant-Familie hat keine Maschine bei der man auf den Knopf drückt und die den ganzen Tag durchrattert, sondern es gibt Teilbereiche wie Rohstoffverarbeitung, Abfüllung, Etikettierung.

Limo mit Wow-Aroma

Als Trendsetter sieht er sein Unternehmen aber nicht. „Wir machen Smoothies, wie wir sie selber gern hätten, und ein paar Sachen haben wir anders und neu gemacht - dass wir mit ausgefallen Zutaten experimentiert haben wie die Macawurzel aus den peruanischen Anden, Weizengras oder Guarana.“  Die Rezepte sind alle durch Ausprobieren entstanden. „Nachmachen kann das jeder“, sagt Paul. „Wir schreiben unsere exakten Zutaten auf.“

.Neben Smoothies gibt's von Proviant auch Limonade - wie hier mit Rhababergeschmack.
.Neben Smoothies gibt's von Proviant auch Limonade - wie hier mit Rhababergeschmack.Foto: Hendrik Hölzer

„Wir verarbeiten die meisten Rohstoffe selbst mit Passierautomaten, Pürierstäben, Rührwerken und einem Entsafter. Manche Produkte wie Apfelsaft lassen wir aber in einer Kelterei zubereiten. Ebenso verhält es sich bei den Kiwis. Zuerst haben wir die selber püriert, allerdings entwickelt sich durch das Zerkleinern der Samen eine bittere Note. Deshalb lassen wir sie uns geschält und entkernt zuliefern.“ 

Bei der Bandbreite von neun Smoothies, drei Limonaden und Schorlen werden nur 20 Rohstoffe verwendet. Apfel kommt zum Beispiel in jeden Smoothie rein. „Das ist insgesamt eine ausgeklügelte Logistik, aber erst die macht es überhaupt möglich, einen Smoothie in der Qualität hinzukriegen. Hinsichtlich Zusammensetzung und Geschmack ragen unsere Smoothies heraus.“, findet Paul.

Aus Zitronen- und Apfelsaft wurden dann auch die bekannten Limos. „Frisch gepresster Saft, Rohrzucker, Wasser - sonst ist nichts drin. Ganz einfach. Auf Aromen, Geschmacksverstärker und Saftkonzentrate verzichten wir.“ Die Zitronenlimo, glaubt Paul, ist deshalb so erfolgreich, „weil sie mit ihrem Wow-Aroma und dem Supergeschmack begeistert und weniger Zucker als die meisten Limonaden hat.“

Demnächst wird die Manufaktur erweitert, es wird zu eng. Wie es dann in Zukunft weiter geht, darauf ist auch Paul Löhndorf gespannt.

Wer nun Durst bekommen hat, kann sich die Smoothies, Limos und Schorlen von Proviant in allen großen Bio Supermärkten kaufen. In ausgewählten Kaiser’s und Edeka Supermärkten gibt es die Getränke auch unter dem Namen Fruchtwerk. Nährwerte und weitere Informationen findest du unter: www.proviant-smoothies.de

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