Berlin : Jugendkultur: Zum Wettbewerb ab in die Halfpipe

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Sie kommen aus Erkner, Schöneiche, aus Mitte, Friedrichshain und Köpenick: junge Leute, lässig gekleidet und viele davon mit ihrem Fahrrad. Weil es aber noch nicht 12 Uhr ist, müssen sie warten, bis sich das Tor zum "Mellow-Park" öffnet. Seit Freitag findet auf einer Industriebrache an der Friedrichshagener Straße 11 ein großes Open-Air-Festival statt. Der Verein "all eins" hat das Spektakel zusammen mit dem Bezirksamt organisiert. Auf fast 9000 Quadratmetern entstand ein "heiterer Park" - so könnte man den Namen des Projekts übersetzen.

Es gibt Halfpipes, Volleyball- und Basketballfelder sowie eine Bmx-Strecke. Rund 40 Tonnen Lehm wurden für den halsbrecherischen Parcours verbaut. Heute dient die hügelige Landschaft als Wettbewerbskulisse. Ob allerdings der Schnellste, der Tollkühnste oder derjenige mit der besten Show als Sieger hervorgeht, bleibt abzuwarten. "Den meisten geht es nur um den Spaß", sagt der 20-jährige Hans Friedrich aus Schöneweide. Es sei einfach schön, dabei zu sein. "Genau das ist unsere Philosophie", sagt Alexander Eschment vom Verein, "gemeinsam etwas Sinnvolles zu erleben." Deshalb waren gestern auch mehrere Jungs aus dem Köpenicker Allende-Viertel an der Friedrichshagener Straße. "So eine Halfpipe kann man nicht alle Tage ausprobieren", sagte der vierzehnjährige Sebastian. Die benachbarten Lehmhügel waren ihm aber doch "eine Nummer zu groß", gab er zu.

Und während das Areal, unmittelbar an der Spree gelegen, sich immer mehr füllte, probten bereits die ersten Bands für ihren Auftritt. Denn beim "Mellow-Park-Jam" geht es nicht nur sportlich zu, sondern auch musikalisch. Der heutige Sonntag steht im Zeichen des Reggae. Und wer schon immer einmal wissen wollte, wie Fingerboarding funktioniert, kann das in dem "Minipark" von Sebastian Sodke und Max Tuchtenhagen ausprobieren. Wenn sich heute Abend die Türen des "Mellow-Park" wieder schließen, ist der Verein "all eins" auf jeden Fall einen großen Schritt voran gekommen. Denn, wie berichtet, ging das Projekt der Jugendlichen vor zwei Jahren als Sieger beim Kreativwettbewerb, den "Partner für Berlin" ausgelobt hatte, hervor. Die Umsetzung scheiterte bislang am fehlenden Geld.

Bis Ende des Monats hat der Verein das Gelände des ehemaligen Kabelwerkes von der Treuhandliegenschaftsgesellschaft gemietet. Was danach passiert, ist noch unklar. "Wir würden den Park am liebsten stehen lassen", sagt Alexander Eschment.

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