"Junge Helden" : Tod einer Kämpferin

Claudia Kotter hat mit ihrem Verein „Junge Helden“ Promis und Berliner für Organspende sensibilisiert. Jetzt ist sie im Alter von 30 Jahren an Herzversagen gestorben.

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Sein Herz zu verschenken, fällt nicht allen Menschen leicht. Nicht nur in der Liebe – sondern vor allem dann, wenn es um das echte Organ geht. Die Angst davor wollte Claudia Kotter Menschen nehmen. Mit ihrem Verein „Junge Helden“ hatte sich die Berlinerin zum Ziel gesetzt, über das Thema Organspende aufzuklären. Sie veranstaltete Partys, informierte in Schulen und war erst kürzlich auf Plakaten in der ganzen Stadt zu sehen. Prominente wie Jürgen Vogel und Anna Maria Mühe unterstützten sie und halfen auf den Partys als Türsteher oder Barkeeper aus.

Erst durch ihre eigene Krankheit war Claudia Kotter zur Expertin für das Thema Organspende geworden. Sie litt unter der Autoimmunerkrankung Sklerodermie, wodurch das Kollagen im Bindegewebe von Haut und Organen verhärtete. Ihr Aussehen war davon gezeichnet, auch ihre Lunge war betroffen, sie brauchte eine Transplantation. Vier Jahre musste sie auf das lebensrettende Organ warten, und sie begann, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und gründete mit Freunden die „Jungen Helden“. Nachdem sie 2007 eine neue Lunge bekommen hatte, hörte sie nicht auf zu kämpfen.

„Es ist besser, zu Lebzeiten eine eigene Entscheidung zu treffen, als sie nach einem Hirntod den Angehörigen zu überlassen“, sagte Claudia Kotter einmal im Gespräch mit dem Tagesspiegel. In ihrem Buch „Gute Nacht, bis morgen“ hat sie die Geschichte ihres extremen Lebens geschildert, mit Tagen, an denen sie manchmal nicht wusste, ob sie ans Meer fahren konnte – oder plötzlich in die Charité musste, weil ihr Körper rebellierte.

Am Dienstag ist sie im Alter von 30 Jahren gestorben. Ihr Herz versagte. Die „Jungen Helden“ wollen ihr Anliegen weiterführen und zum Nachdenken anregen – darüber, sein Herz nicht nur aus Liebe zu verschenken. Sonja Pohlmann

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