Justiz : Professor soll Polizeichef werden

Hans-Rainer Strahlendorf gilt als aussichtsreichster Kandidat für das Amt des Polizeipräsidenten. Innensenator Körting schweigt zu den Gerüchten.

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Hans-Rainer Strahlendorf: Heißer Anwärter auf das Amt des Polizeipräsidenten.
Hans-Rainer Strahlendorf: Heißer Anwärter auf das Amt des Polizeipräsidenten.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Bei der Neubesetzung des Polizeipräsidentenamtes scheint es auf einen Berliner hinauszulaufen. Sowohl aus der Politik als auch aus der Polizeibehörde gibt es deutliche Signale, dass Professor Hans-Rainer Strahlendorf als aussichtsreichster Kandidat gilt. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wollte sich – wie üblich bei Stellenbesetzungen – nicht äußern. Strahlendorf selbst bestätigte gestern Abend auf Anfrage, dass er sich beworben hat.

Intern heißt es, dass Körting einen Berliner Kandidaten bevorzugen würde. In Polizeikreisen wird der 58-jährige Strahlendorf als geeignet gelobt. Seit 1994 ist er Professor im Fachbereich „Polizei und Sicherheitsmanagement“ der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR). Er war nach seiner Ausbildung zum Polizisten als Polizeirat an die Hochschule gewechselt – kennt also als Ausbilder die gesamte Führungsriege der Berliner Polizei. Strahlendorf ist verheiratet und hat zwei Kinder, ein Sohn ist Polizist.

Im Dezember war die Ausschreibung im Berliner Amtsblatt veröffentlicht worden, zudem im Stellenteil der FAZ. Dienstbeginn ist der 1. Juni 2011, wobei inoffiziell gewünscht wird, dass der Nachfolger sich schon einarbeitet und auch beim 1. Mai anwesend ist.

In den vergangenen Wochen machte das Wort vom „Kandidatensterben“ die Runde; von einst etwa acht sollen nur noch drei Bewerbungen aktuell sein – neben Strahlendorf die von Klaus Keese und die eines derzeit arbeitslosen Bewerbers aus Nordrhein-Westfalen, der es garantiert nicht wird. Und der anfangs hoch gehandelte Keese, Leiter der Direktion 1, hat sich durch seine offensive Art, in die Medien zu gehen, viele Sympathien verscherzt. Zudem waren kürzlich Vorwürfe laut geworden, dass er Fahrtkosten nicht korrekt abgerechnet haben soll.

Das Auswahlverfahren soll Ende Februar oder Anfang März stattfinden. Die Feuertaufe des neuen Präsidenten findet im September statt – dann kommt der Papst. Den Einsatz am 1. Mai wird ein letztes Mal der amtierende Polizeipräsident Dieter Glietsch leiten. Er ist seit 2002 im Amt. Vor drei Jahren hatte er die Altersgrenze erreicht, auf Körtings Wunsch aber noch einmal drei Jahre angehängt.

Auch die Neubesetzung des Chefpostens im Landeskriminalamt ist offenbar entschieden. Nachfolger von Peter-Michael Haeberer soll demnach Christian Steiof werden, derzeit Leiter des Staatsschutzes. Dem zweiten Bewerber, Bernd Finger, werden nur geringe Chancen eingeräumt. Finger leitet derzeit im Landeskriminalamt die Abteilung Organisierte Kriminalität.

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