Berlin : Karneval der Kulturen: Tanze Samba mit mir!

Tobias Arbinger

Eine "überwältigende Vielfalt an Musik, Tanzstilen, Masken und Requisiten" wird Kreuzberg beim sechsten "Karneval der Kulturen" in eine Festbühne der Lebensfreude verwandeln. So versprechen es die Veranstalter für Pfingst-Sonntag, den 3. Juni. Bis zu 1,5 Millionen Besucher werden beim Umzugs und während des viertägigen Straßenfestes, das am 1. Juni auf dem Blücherplatz beginnt, erwartet - mehr denn je. 795 Künstler wollen zu Fuß, auf geschmückten Lastwagen und Sattelschleppern vom Hermannplatz zur Yorckstraße ziehen. Sie stammen aus 72 Ländern. Viele Gruppen kommen extra für den Karneval nach Berlin. Schon eine Woche vor dem Ereignis wird diesmal Kinderkarneval gefeiert. Auf Karnevalsparties am Pfingstsonntag soll bis in die Nacht hinein getanzt werden.

Die Teilnehmerliste für den Umzug liest sich wie ein multikulturelles "Who is Who". Sambatruppen, Tanzschulen, Kulturvereine, soziale Projekte, Vertreter ausländischer Gemeinschaften sind wieder dabei. 30 Gruppen nehmen zum ersten Mal teil, darunter das vom Dalai Lama gegründete Tibetan Institute of Performing Arts, die türkische Folkloregruppe Tüfoyat und zwei polnische Tanzgruppen.

Als "europäisches Fest", das einen festen Platz im Berliner Veranstaltungskalender gefunden habe, lobt Mitorganisatorin Anett Szabó den Karneval. Für Berlins Ausländerbeauftragte Barbara John (CDU) als Schirmherrin ist er ein Symbol dafür, "was Berlin an Integration geleistet hat und noch leisten muss". Er repräsentiere die "Buntheit der Bevölkerung" und diene auch als "Fitnessprogramm" zum Abbau von Spannungen.

Beginn des großen Umzugs am Pfingstsonntag wird um 12.30 Uhr auf dem Hermannplatz sein. Die Route führt die Hasenheide entlang, über die Gneisenaustraße zur Yorckstraße. Sie wurde im Vergleich zum Vorjahr verändert, ist nach Angaben der Veranstalter aber genauso lang. Neun Stunden werden die Karnevalswagen schätzungsweise unterwegs sein. Auf der Höhe Graefestraße ziehen die Teilnehmer des Wettbewerb an der Jurytribüne vorbei. Die Jury, die unter anderem Choreografie, Kostüme und Requisiten beurteilt, wird wieder vom Leiter des brasilianischen Kulturinstituts Tiago de Oliveira Pinto geleitet.

Mehr Ordner und eine bessere Kommunikation sollen bewirken, dass die Umzugskarawane nicht wie im vergangenen Jahr auseinandergerissen wird. Zudem sei auch mehr Polizei im Einsatz, hieß es. Ungefähr 600 000 Mark kostet das Spektakel. 40 Prozent der Summe schießt die Lottostiftung zu, den Rest müssen die Veranstalter mit Hilfe von Sponsoren, Einnahmen und Ausschanklizenzen erwirtschaften. Weil der Karneval im Gegensatz zur Love Parade nicht als Demo angemeldet ist, müssen auch die Straßenreinigungsgebühren bezahlt werden.

Das traditionelle Straßenfest am Blücherplatz wird von Freitag bis Montag rund um vier Musikbühnen, mit Essen- und Getränkeständen gefeiert. Hier gibt es auch ein Kostümfest für jedermann; am Montag werden die Sieger des Straßenumzug geehrt. Der Kinderkarneval findet in diesem Jahr schon am Sonnabend, dem 26. Mai, statt: Ein Umzug für Kinder von 4 bis 14 Jahren führt ab 14 Uhr vom Mariannenplatz zum Görlitzer Park, wo ein Kinderfest gefeiert wird.

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