Berlin : Kaum Übergriffe von Beamten

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Lob für die Polizei von den etwa 50 Demo-Beobachtern des „Komitees für Grundrechte und Demokratie“: Im Rückblick auf die Krawalle am 1. Mai bestätigten sie den Einsatzkräften, dass es kaum zu Übergriffen durch Beamte gekommen sei. Vielmehr „war das Konzept der Zurückhaltung erkennbar“, sagte der Sprecher des Komitees und Politologie-Professor an der Freien Universität (FU), Wolf-Dieter Narr.

Auf fünf Ereignisse rund um den 1. Mai hatten sie ihre Beobachtungen konzentriert. Den Polizeieinsatz am Abend des 30. April bei der ersten Plünderung des Plus-Supermarktes am Oranienplatz bezeichnete Narr als „angemessen“. Auch bei den anderen Beobachtungspunkten wie die Walpurgisnacht am Prenzlauer Berg, die antifaschistische Demonstration in Hohenschönhausen gegen den Aufmarsch der NPD sowie die beiden kleineren Demonstrationen in Kreuzberg entdeckte er „mehr Sonnenflecken als Schatten sowohl bei der Polizei als auch bei den Demonstranten“.

Nur beim Ende der großen 1.-Mai-Demo vom Rosa-Luxemburg-Platz nach Kreuzberg beklagte er die völlige Konzeptlosigkeit der Einsatzkräfte. Bei den Festnahmen sei die Polizei dieses Jahr allerdings „wesentlich geschickter vorgegangen“ und habe nicht mehr auf Massenfestnahmen gesetzt.

Sehr zufrieden äußerte sich Marc Schlosser von der Antifaschistischen Aktion Berlin (AAB) über den Verlauf ihrer Demonstration von Mitte nach Kreuzberg am 1. Mai. Der Umzug mit über 10 000 Teilnehmern verlief friedlich, obwohl man lieber „zum Adressaten des Protestes gegen die rot-grüne Kriegspolitik, dem Auswärtigen Amt“ gezogen wäre. Dies verhinderten massive Polizeikräfte.

Mitveranstalter Tomas Lecorte von der Gruppe „Für eine linke Strömung“ kritisierte, dass die Polizei am Ende der Demo „ihr Deeskalationskonzept verlasssen hatte und die Teilnehmer am Michaelkirchplatz in Mitte in einen Kessel führte“. Den Teilnehmern sei nur eine Nebenstraße als Ausweg offen geblieben. Nächstes Jahr kann sich allerdings auch Lecorte „einen friedlichen 1. Mai gut vorstellen“.chv

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