Berlin : Kein Eis mehr für den Eissport Deutschlandhalle von der Messe geschlossen

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Die EishockeyLegende Lorenz Funk, Vertreter von Eissportvereinen sowie der Landessportbund Berlin (LSB) sind empört oder zumindest überrascht: Die Messe hat die Deutschlandhalle, die vor vier Jahren für rund fünf Millionen Euro zur Eissporthalle umgebaut wurde, bis auf weiteres gesperrt. Die Vereine hatten damit gerechnet, dass die Halle im Eichkamp nach der Sommerpause vom kommenden Montag an wieder mit der gewohnten Eisfläche versehen ist.

Doch aufgrund des jüngsten Gutachtens der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) habe man sich bereits vor zwei Wochen für die Schließung der Halle entschieden, sagte Messesprecher Michael Hofer. Die BAM hatte zuvor die statische und bautechnische Situation des Daches untersucht und nach Auskunft Hofers eine „deutliche Warnung“ ausgesprochen. Die Messe habe keine andere Möglichkeit gesehen, als die Halle zu sperren. „Wenn jemandem eine Dachplatte auf den Kopf fällt, ist das Geschrei groß“, sagte Hofer. Wie es weitergeht, könne nur das Land Berlin als Eigentümer der Halle entscheiden.

Die Wirtschaftsbehörde ließ nur wissen, nach dem Abriss einer Sportstätte müsse Ersatz geschaffen werden. Dagegen zeigt man sich in der Sportverwaltung von Senator Böger überrascht. „Uns liegt vom Bauamt Charlottenburg kein Hinweis vor, dass die Schließung unabweisbar ist. Deshalb ist die Entscheidung der Messe AG für uns nicht nachvollziehbar“, sagt Sprecher Kenneth Frisse.

Der LSB, der sich für den Eissport-Standort Charlottenburg ausgesprochen hatte, hofft auf eine klärendes Gespräch. Vermutlich in der nächsten Woche werde er mit der Sportverwaltung und dem Eissportverband zusammenkommen, um eine Lösung zu finden.

Es gibt auch keine Ersatz-Kapazitäten, sagte Angela Baufeld vom LSB. „Das Erika-Hess-Stadion in Wedding reicht nicht.“ In der Deutschlandhalle trainierten diverse Vereine, auch stand sie dem öffentlichen Eislauf zur Verfügung. C. v. L.

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