Berlin : Kein Händchen fürs Ständchen

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Arme Audrey Hepburn. Haben wir sie schon vergessen? Ist es uns vollständig gleichgültig, was diese Ikone des Kinos einst zu uns sprach? Diesen Eindruck muss man zweifelsohne bekommen, denn die Neue Nationalgalerie war am späten Mittwochabend mit einigen hundert Feiergästen gut gefüllt. Eingeladen hatte die Filmförderungsanstalt (FFA) und die Export-Union des deutschen Films zum Berlinale-Empfang.

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Was die beiden Institutionen und die Nationalgalerie mit Audrey Hepburn zu tun haben? "Wenn Sie der Mittelpunkt einer Party sein wollen, gehen Sie einfach nicht hin." Dieser Satz wird Audrey Hepburn nachgesagt, und die Gastgeber haben ihn kurzerhand auf die Einladungskärtchen drucken lassen. Also war es den Gästen völlig schnuppe, ob Mittelpunkt oder nicht, sie wollten einfach nur einen netten Abend verbringen. Für Filmemacher und Schauspieler ist es wichtig, bei der FFA-Party vorbeizuschauen, schließlich gehört das Büro unter der Führung von Rolf Bähr zu den wichtigsten Filmförderern.

Jan-Josef Liefers zum Beispiel ignorierte den Hepburnschen Grundsatz, kam, aber hielt sich unauffällig am Rand auf. Die Position als Party-Mittelpunkt war ohnehin schon besetzt, durch den in Frankreich lebenden griechischen Regisseur Constantin Costa-Gavras. Der ignorierte zwar auch Audreys Aufforderung, aber um ihn kreisten sich trotzdem viele der Gespräche des Abends, denn er hatte am Mittwoch Geburtstag. Costa-Gavras kam mit Rolf Hochhuth, dessen Stück "Der Stellvertreter" er verfilmte, und seinen Schauspielern Ulrich Mühe und Mathieu Kassovitz. Auf der Bühne erhielt Costa-Gavras eine FFA-Uhr als Geschenk, und ein Ständchen sollte auch noch folgen. Aber das üben wir noch.

Und Audrey Hepburn? Den Wahrheitsgehalt ihres Ratschlags werden die Gäste ein andermal überprüfen.

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