Berlin : Kein Verkaufstest bei Schülerkarten

Senator lehnt „Power-Pricing“ ab und will bessere BVG -Werbung

Klaus Kurpjuweit

Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) lehnt die Pläne der BVG ab, bei Schülerkarten das so genannte Power Pricing einzuführen, das nach dem Motto funktioniert: Je mehr Käufer sich finden, um so günstiger wird dabei der Preis. Schülerkarten seien dafür nicht geeignet, sagt Strieder. Die potenzielle Kundenzahl sei bereits ausgeschöpft. Statt dessen solle die BVG dieses Modell bei Inhabern von Jahreskarten anwenden und dafür dann auch kräftig werben. Der aktuelle Preis könnte zum Beispiel auf Großplakaten stadtweit genannt werden. In der Vergangenheit habe die BVG neue Angebote wie die Freizeitkarte oder das Berlin-Ticket nämlich fast verschwiegen, kritisierte Strieder.

Kritik äußert Strieder auch am Verhalten zum Jobticket für den öffentlichen Dienst. Weil BVG und S-Bahn fordern, dass es das verbilligte Ticket nur bei einer bestimmten Anzahl von Neukunden gibt, kommt es für den öffentlichen Dienst zu keiner Einigung. „Kein Wunder“, ärgert sich Strieder, „denn etwa 70 Prozent der Beschäftigten fahren doch bereits mit Bahnen und Bussen.“ Ihnen deshalb das Jobticket vorzuenthalten, sei ein Unding.

Strieder erneuerte auch seine Forderung, die Planung des Nahverkehrs nicht mehr der BVG zu überlassen. Der seit langem geplante Kiezbus in Frohnau sei zum Beispiel daran gescheitert, dass die BVG nur große Fahrzeuge einsetzen wollte, die einen Umbau der Haltestellenanlagen erfordert hätte. Bei Kosten von 180 000 Euro habe sich Reinickendorf hier zu Recht geweigert, sagte Strieder. Er will eine neue Nahverkehrsgesellschaft gründen, die die Leistungen des Nahverkehrs dann ausschreibt und bestellt.

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