Berlin : Keine Chance für Beißer: Behörden zogen 366 Hunde ein

Berlins Hundegesetz wirkt. Seit es vor vier Jahren in Kraft getreten ist, greifen die Behörden bei auffälligen und aggressiven Tieren weitaus entschiedener als früher zu. Das bestätigt die jüngste Statistik der Berliner Tiersammelstelle in Lichtenberg. Danach wurden im Jahr 2007 insgesamt 366 Hunde von der Polizei oder den Ordnungsämtern sichergestellt und dort abgegeben. Gründe waren „gefährliche Angriffslust“, Unzuverlässigkeit der Halter oder Verstöße gegen den Tierschutz. Das teilte der Staatssekretär in der Gesundheitsverwaltung, Benjamin-Immanuel Hoff, auf eine parlamentarische Anfrage hin mit.

Weitere 174 Hunde kamen nach Lichtenberg, weil ihre Besitzer ins Krankenhaus gebracht wurden, eine Haftstrafe antreten mussten oder gestorben sind. Die meisten in der Sammelstelle abgegebenen Tiere wurden wenig später zum Berliner Tierheim in Hohenschönhausen gebracht. Bei angriffslustigen Tieren, die laut Gesundheitsverwaltung besonders in Neukölln, Spandau, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte aufgefallen sind, müssen die Halter allerdings etliche Auflagen erfüllen, bevor sie ihr Tier wieder abholen dürfen. Das Hundegesetz schreibt unter anderem vor, dass sie Dressurkenntnisse nachweisen müssen und ihr Hund tierpsychologisch begutachtet werden muss. Dank solcher Auflagen und dem Maulkorbzwang für Kampfhunde ist nach Auskunft des obersten Amtsveterinärs in der Gesundheitsverwaltung, Torsten Nöldner, die Zahl der Beißattacken in den vergangenen vier Jahren um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Nöldner: „Das Risiko, in Berlin von einem Hund gebissen zu werden, ist wesentlich kleiner geworden.“

Vor acht Jahren wurden 1450 Bissvorfälle registriert, 2007 waren es 859. Und das, obwohl die Zahl der gehaltenen Kampfhunde in Berlin von 6000 auf 6800 zunahm und auch insgesamt mehr Hunde denn je in der Stadt gehalten werden. Ende 2007 waren es exakt 103 346 Tiere. Die Unterbringung eines Hundes in der landeseigenen Tiersammelstelle kostet pro Tag 17,38 Euro. Dort arbeiten auch speziell geschulte Hundefänger, die im Auftrag der Behörden aggressive oder streunende Tiere „sicherstellen“. CS

0 Kommentare

Neuester Kommentar