Berlin : Kindertagesstätten: Senator Böger plädiert für das Ende der Vorschulen

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Schulsenator Klaus Böger (SPD) tritt dafür ein, die vorschulische Erziehung generell an die Kindertagesstätten zu verlegen. Dies soll der "Regelfall" werden, bestätigte er gestern einen entsprechenden Bericht des Tagesspiegels. Allerdings müsse diese Reform noch "im politischen Raum" diskutiert werden. Er begründete sein Vorhaben mit der geplanten Vorverlegung der Schulpflicht auf fünfeinhalb Jahre und mit der fehlenden Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen. Die Pläne hätten keinen finanziellen Hintergrund.

Gegen die Vorklassen spreche auch, dass sie an die Schulferien gebunden seien: Während Kitas maximal einen Monat pro Jahr schließen und Ausweichmöglichkeiten an anderen Kitas organisieren, haben Vorklassenkinder über zehn Wochen lang "frei". Zudem möchte Böger vermeiden, dass die Kita-Zeit auf nur rund zwei Jahre reduziert wird, was der Fall wäre, wenn die Kinder mit nur viereinhalb Jahren in die Vorklassen der Grundschulen wechselten.

Der Schulsenator zerstreute die Befürchtungen der Vorklassenleiterinnen, an Kitas versetzt zu werden. Vielmehr könne man sie in den Unterricht der Erst- und Zweitklässler integrieren. Außerdem seien sie gut einsetzbar, wenn Schulen eine verlässliche Halbtagsbetreuung bieten wollten. Böger erwägt nun, die neue Vorschulregelung in den Schulgesetzentwurf hineinzuschreiben, den er demnächst dem Senat vorlegen will.

Berlin würde mit der Abschaffung der Vorklassen nicht aus der bundesdeutschen Reihe tanzen, betonte Heide Rienits, Referatsleiterin für Kindertagesstätten. Viele Länder hätten diese Einrichtung in den vergangenen Jahren gestrichen.

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