Kirsten Heisig : Richterin blieb vermisst - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren blieb die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig weiter vermisst. Zwar ging am Freitag die Suche im Tegeler Forst weiter, doch vier Tage nach ihrem Verschwinden gab es kaum noch Hoffnung, die 48-Jährige lebend zu finden, wie dem Tagesspiegel aus Polizeikreisen bestätigt wurde. Was Sidney Gennies darüber schrieb.

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Tagelange Suche. In einem Waldstück nahe der Stelle, wo Kirsten Heisigs Auto gefunden wurde, entdeckte die Polizei am Samstagnachmittag die Frauenleiche. Grafik: Tsp/Foto: ddp
Tagelange Suche. In einem Waldstück nahe der Stelle, wo Kirsten Heisigs Auto gefunden wurde, entdeckte die Polizei am...Foto: ddp

Zwei sogenannte Men-Trailing-Hunde wurden am Freitag auf die Spur von Heisig in einem Waldstück in der Nähe von Heiligensee angesetzt. Dort war das Auto der prominenten Richterin gefunden worden. Eine private Hundeführerin leitete die Suchaktion. Am Donnerstag war das Areal bereits von 60 Polizeibeamten und vier Leichenspürhunden Meter für Meter durchkämmt worden. Die neuen Hunde sollten nun einem Sprecher zufolge kleinste Geruchspartikel aufspüren und der Polizei so Auskunft über den groben Bewegungsverlauf der Vermissten geben. Am Mittag musste die Suche jedoch abgebrochen werden. Wegen der enormen Hitze hätten sich die Hunde erholen müssen. Die hohen Temperaturen machten auch einen Hubschraubereinsatz mit Wärmebildkamera unmöglich. Zehn Beamte liefen die Bahnstrecke der S25 zwischen dem S-Bahnhof Schulzendorf und Tegel ab. Am Abend gegen 19 Uhr wurde die Suche mit den Hunden wieder aufgenommen, auch der Hubschrauber kam erneut zum Einsatz. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe hielt die Suchaktion noch an.

Ein Verbrechen schließt die Polizei als Hintergrund weiter aus. Es verdichten sich aber Hinweise auf einen möglichen Suizid. Ein ehemaliger Weggefährte der Richterin bestätigte dem Tagesspiegel Gerüchte, Heisig habe sich in psychologischer Behandlung befunden. Möglicherweise habe sie sich beruflich zu sehr unter Druck gesetzt. Die Richterin war bundesweit bekannt geworden, weil sie das „Neuköllner Modell“ eingeführt hatte. Damit wurden Verfahren gegen Jugendliche im Problemkiez beschleunigt. Heute gilt ihr Modell für ganz Berlin. Sidney Gennies

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren".

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