Berlin : Kita aus Frust angezündet Schauspielerin erhält Bewährungsstrafe

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Als die Feuerwehr eintraf, stand Maria K. auf dem Dach der brennenden Kindertagesstätte. „Es tut mir Leid, ich habe Scheiße gebaut“, gestand die junge Schauspielerin gegenüber der Polizei. Die damals 20-Jährige kam in jener Nacht mit ihrer Gefühlswelt nicht klar. Sie wollte etwas anstellen. So sei sie im November letzten Jahres in die Kita in der Conrad-Blenkle-Straße in Prenzlauer Berg eingestiegen, sagte Maria K. gestern vor einem Jugendschöffengericht.

Die Studentin und Schauspielerin räumte ein, dass sie bereits einige Monate vor dem Feuer in der Kita in Friedrichshain einen Lkw und eine Mülltonne angezündet hatte. Um professionelle Hilfe hat sie sich nicht bemüht. „Ich bin sehr selbstanalytisch veranlagt“, erklärte Frau. Sie habe allein herausfinden wollen, warum sie zur Brandstifterin wurde.

Dass es die Kita traf, war purer Zufall. Sie sei nach einer anstrengenden Theaterarbeit und anschließender Feier auf dem Heimweg gewesen, sagte die Angeklagte. „Das Haus fand ich interessant, weil es leer war.“ Sie schlug eine Scheibe ein und kletterte durchs Fenster. Mit einem Feuerzeug zündete sie die Kita an zehn verschiedenen Stellen an. Mehrere Räume brannten vollständig aus. 160 Kinder mussten auf umliegende Einrichtungen verteilt werden. Die Kita, an der ein Schaden von rund 450 000 Euro entstand, wird voraussichtlich erst im Herbst wieder öffnen.

Maria K. hatte damals Beziehungsstress. Das allein sei aber nicht der Grund für die Tat gewesen, meinte die Schauspielerin. Sie sprach von einer Gefühlslage zwischen Traurigkeit und Wut, von viel Arbeit. Ein psychiatrischer Gutachter beschrieb die Frau als eine „emotional instabile Persönlichkeit“. Er führte das unter anderem auf ihre Kindheit und eine problematische Beziehung zu ihrer allein erziehenden Mutter zurück.

Das Gericht ging von einer verminderten Steuerungsfähigkeit aus und verhängte eine Jugendstrafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung. Zudem wurde Maria K. auferlegt, sich in eine Therapie zu begeben. Für den Schaden wird sie ihr Leben lang einstehen müssen. Freiwillig hat sie bereits mit einer monatlichen Zahlung von 100 Euro begonnen, um die privaten Kuscheltiere oder Schlafanzüge der Kinder zu ersetzen. K. G.

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