Berlin : Klangrausch und Weltkultur

Am Sonnabend startet die wohl längste Open-Air-Veranstaltung der Welt: Fünf Monate Festival – nicht nur auf der Museumsinsel

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Die Soulpop-Legende Simply Red, der Chansonsänger und Jazzmusiker Paolo Conte, die Musicals Jesus-Christ-Superstar und Evita – sie zählen zu den Höhepunkten der mit fünf Monaten wohl längsten Open-Air-Veranstaltung der Welt. Das diesjährige Museumsinselfestival beginnt am Sonnabend aber auch spektakulär: mit einem „Klangrausch“ vor dem Pergamonaltar. Das Rias-Jugendorchester spielt morgen Abend und am Sonntag, jeweils 20.30 Uhr, „Musik für die Ewigkeit“. Die 80 Musiker definieren Ewigkeit mit 14 Sekunden. So lange soll jeder Ton nachhallen. Klang und Dauer zu einem Erlebnis zu mischen – das ist einzelnen Musikern bislang gelungen. Aber für das große Orchester unter Leitung von Ariel Zuckermann ist es ein Experiment. „Ewiger“ Klang am Ort ewiger Kunst – die Zuschauer werden sich, auf den Stufen des Pergamonaltars sitzend, auf ein musikalisches Abenteuer gefasst machen können.

Die Lage des Festivals verpflichtet: Weltkultur und aktuelle Live-Kultur sollen an dem Ort zusammenkommen, der zum Weltkulturerbe gehört. Zum siebenten Mal schon laden die Museen ein – aber nicht nur auf die Insel, sondern auch in die Museen in Dahlem oder aufs Kulturforum am Potsdamer Platz. Dort treten zu den traditionsreichen „Heimatklängen“ mit Weltmusik vom 9. Juni bis zum 9. Juli über 20 Bands auf, und Fußballfreunde versäumen dabei auch nichts. Auf einer Großleinwand werden alle WM-Spiele übertragen.

Auch in Dahlem soll es ein „Weltmeister“-Studio geben, hier werden besonders Spiele lateinamerikanischer und afrikanischer Mannschaften übertragen. Bekannte Sportler und Kulturexperten sollen Kommentare und „Manöverkritiken“ abgeben. Konzerte von Klassik bis zur Moderne, Kino, Tangotanzen – das alles soll zum diesjährigen Programm gehören. Schönes Wetter wird von den Museen dringend erbeten, denn das Festival setzt vor allem auf schöne, laue Sommerabende bei guter Musik. Paolo Conte wird übrigens am 5. August in der Alten Nationalgalerie auftreten, hier eines von nur zwei Konzerten in diesem Jahr in Deutschland geben. Und Simply Red folgt ihm am 16. August in dieses Museum, in den Kolonnadenhof.C. v. L.

Im Internet:

www. smb.spk-berlin.de/mif/

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