• Knappe Mehrheit gegen Tempo 30 Unter den Linden 55,2 Prozent der Anrufer bei Pro & Contra lehnen Vorschlag ab

Berlin : Knappe Mehrheit gegen Tempo 30 Unter den Linden 55,2 Prozent der Anrufer bei Pro & Contra lehnen Vorschlag ab

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Tempo 30 auch auf Hauptstraßen ist für viele TagesspiegelLeser vorstellbar. Für eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Straßenzug Unter den Linden haben sich bei unserer Sonntagsumfrage immerhin 44,8 Prozent der Anrufer ausgesprochen; 55,2 Prozent votierten dagegen. Ein Gutachten empfiehlt Tempo 30 in diesem Bereich, um den Lärm zu reduzieren, aber auch, um Fußgängern das Überqueren der breiten Fahrbahnen zu erleichtern.

Experten waren erstaunt über die verhältnismäßig große Zahl der Befürworter. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) hatte sich bereits kurz nach dem Vorliegen des Gutachtens gegen solche Maßnahmen ausgesprochen. In Berlin sind bereits etwa 70 Prozent der Straßen in Wohngebieten Tempo-30-Bereiche. Diese Zonen waren vor allem durch den damaligen rot-grünen Senat 1989/90 eingerichtet worden. Als nach der Ablösung der SPD-AL-Regierung die große Koalition unter Führung der CDU die Geschwindigkeitsbegrenzung in einigen Bereichen wieder aufheben wollte, gab es zum Teil erhebliche Proteste von Anwohnern. Auch in Gebieten, die als autofreundlich gelten. „Tempo 30 wird mehr akzeptiert, als viele Planer meinen“, so ein Experte.

Am weitesten gehen dabei die Grünen. Sie fordern, dass in der Stadt auf allen Straßen Tempo 30 gilt. Nur auf wenigen Hauptstraßen soll es dann für 50 km/h eine Ausnahme geben. Dies würde, so der Verkehrsexperte der Grünen, Michael Cramer, auch den Schilderwald minimieren. Ohnehin sind sich fast alle Fachleute einig, dass ein angeordnetes Tempolimit von 30 km/h dazu führt, dass die meisten Autofahrer „nur“ noch mit 50 km/h fahren, während sie bei Tempo 50 mit 70 „Sachen“ unterwegs sind. kt

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