Berlin : Koalitionsverhandlungen: Olympia, nein danke

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SPD und PDS sind zuversichtlich, im Abgeordnetenhaus am Donnerstag eine Mehrheit gegen eine Bewerbung Berlins für Olympia 2012 zu erhalten. "Es wird keine Belastungsprobe werden", sagte gestern PDS-Fraktionssprecher Günter Kolodziej. Lediglich der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Walter Kaczmarczyk habe sich bei der gestrigen Fraktionssitzung Bedenkzeit ausgebeten. Kaczmarczyk, der aus seiner Pro-Olympia-Haltung nie einen Hehl gemacht hat, sagte, er würde es begrüßen, wenn die Möglichkeit zu einer Bewerbung offengehalten werde. Er fühle sich nicht den Zwängen der Fraktion unterworfen.

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Ted: Ist der Verzicht Berlins auf eine erneute Bewerbung für Olympische Spiele richtig? Unterdessen will die SPD versuchen, mit der PDS und den Grünen einen Antrag einzubringen, der den Verzicht auf die Bewerbung begründet. Die Grünen, die ebenfalls die Bewerbung ablehnen, hatten schon einen Antrag angekündigt. Ebenso die CDU, die sich allerdings wie die FDP für Olympia ausspricht. Das Abgeordnetenhaus wird sich zudem mit einer Großen Anfrage der CDU zu dem Thema beschäftigen.

SPD-Fraktionssprecher Peter Stadtmüller sagte, die Fraktion habe sich gestern auf die Linie verständigt, dass angesichts der Haushaltsprobleme eine Olympia-Bewerbung nicht verantwortbar gewesen wäre. "Es ist eine schmerzliche, aber notwendige und daher eine bessere Entscheidung für die Stadt. Wir hätten die Risiken nicht abschätzen können", sagte Stadtmüller. Die Entscheidung sei weder dem Sportsenator Klaus Böger noch der sportpolitischen Sprecherin Karin Seidel-Kalmutzki leicht gefallen. In den gescheiterten Ampel-Verhandlungen hatten die Sozialdemokraten Olympia noch befürwortet.

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