Berlin : Königspinguine müssen in den Kühlcontainer

Kurz nach der Eröffnung war das neue Pinguinhaus undicht. Nun wird es saniert, und seine Bewohner ziehen um

Ende Juni des vergangenen Jahres war sie mit großem Brimborium eröffnet worden: die neue Robben und Pinguinanlage im Berliner Zoo. Rund 19,3 Millionen Euro flossen in das Pinguingehege. Und nun das: Die dreizehn Königspinguine müssen ihr neues Zuhause schon wieder verlassen – wegen Baumängeln.

Schon zwei Wochen nach der Eröffnung hatte es plötzlich aus dem Becken des Pinguingeheges angefangen zu tropfen. Die Panzerglassichtscheiben hielten dem Druck der 240 Kubikmeter Wasser nicht ganz stand. Als Provisorium waren damals große Metallscheiben verstärkend an dem Becken angebracht worden. Nun soll der Schaden endgültig behoben und auch die ebenfalls aufgetretenen Mängel an den Leitungsisolierungen ausgebessert werden.

Mit Flüssigsilikon werden die Scheiben abgedichtet. „Das geht nicht bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius, deshalb haben wir die Tiere rausgenommen“, erklärt Zoodirektor Jürgen Lange.

Die Brillen- und Felsenpinguine würden im Außengehege und die Königspinguine im Kühlcontainer untergebracht. Ihre neue Unterkunft sei den königlichen Frackträgern dabei nicht fremd: „Während der Bauzeit haben sie da schon gewohnt,“ sagt Lange. Warum sie nicht wie die anderen Pinguine im Außengehege untergebracht wurden? „Die Berliner Luft ist so ungesund, da bekommen sie Pilzerkrankungen“, sagt der Zoodirektor. Bis Ende Februar sollen die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein.

„Natürlich ist das immer ärgerlich, aber besser jetzt als anderthalb Jahre später“, kommentiert der Zoodirektor die Baumängel. Weil die Schäden innerhalb der Garantiezeit aufgetreten sind, kommen auf den Zoo keine neuen Kosten hinzu. Die Anlage war zur Hälfte aus Spenden der Berliner Bevölkerung finanziert worden, den Rest stiftete die Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Das Bauprojekt Robben- und Pinguinanlage war das größte und aufwendigste, das der Zoo je unternommen hat: mit Wellenanlage, steinernem Sprungturm und schneebedeckter Felsenlandschaft. Die Anlage gleicht einer Erlebniswelt. Im Salzwasserbecken wurde den Besuchern beispielsweise eine Unterwasseransicht geboten. Das Konzept ging zunächst auf: Schnell war die Anlage zum Publikumsmagnet des Zoos geworden. Über 10 000 Besucher zählte der Zoo an den Wochenenden im Sommer bei den Pinguinen und ihren Zoomitbewohnern: Seelöwen, Seehunde und Seebären. vv

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