Kolumne zum verkaufsoffenen Sonntag : Bitte Sicherheitshinweise beachten!

Achtung, Achtung! Dieser Sonntag ist verkaufsoffen. Welche Sicherheitshinweise es zu beachten gilt, erklärt Stefan Jacobs.

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Achtung, Ansturm: Dieser Sonntag ist verkaufsoffen.
Achtung, Ansturm: Dieser Sonntag ist verkaufsoffen.Foto: dpa

Dieser Sonntag ist ein verkaufsoffener, aber Verbraucher mögen bitte folgende Sicherheitshinweise beachten: Erstens ist es für die nächsten acht bis neun Monate auch der letzte Tag mit bestem Sommerwetter. Wer ihn lieber in Umkleidekabinen oder zwischen den brüllenden Flimmerkisten mit ihren Klebstoff- und Kettensägenerklärfilmchen im Baumarkt verbringen will, sei davon auch mit Blick auf die Binnenkonjunktur keinesfalls abgehalten, aber eben auch gewarnt: Nachträgliche Reklamationen wegen des vergeigten Sonnentages können nicht berücksichtigt werden.

Wer trotzdem oder gerade deshalb einkaufen geht, dürfte auf alte Bekannte treffen: Die Schokoweihnachtsmänner sind zurück bzw. neu eingetroffen. Dabei sagte schon Chief Seattle vom Stamme der Suquamish vor gut 150 Jahren sinngemäß: Erst wenn der letzte Zimtstern verdaut und der letzte Bratapfel verfault ist, werdet ihr merken, dass man Weihnachtszeugs im September nicht essen kann. Wenn draußen die Sonne aufs Auto brennt, schmilzt die Chose schon auf dem Weg nach Hause. Und bis Weihnachten haben die Lebkuchen schon ihren Lebensabend erreicht. Frühbucherrabatt oder 20 Prozent auf alles außer Tiernahrung gibt’s auch nicht (mehr), so dass viel dafür spricht, die Regale mit den Weißbärtigen samt Gefolge weiträumig zu umfahren.

So empfiehlt es sich, heute Sonne zu tanken und morgen zufrieden den Regen vom Bürofenster perlen zu sehen. Und nächstes Wochenende? Vielleicht mal den Keller aufräumen. Und schauen, ob der Weihnachtsbaumständer noch intakt ist. Dann bleibt im Advent genug Zeit, Lebkuchen & Co. supermarktfrisch zu kaufen.

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